Dezember 2018
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31
Loading radio ...

Sänger: Karl Lieck

Bild 1 Der Gemeinderat
Dauerleihgabe – Privatbesitz
Maße: 97x115 Öl/Leinwand sign. Mitte links

Der Gemeinderat

Fünf Personen sind im Gespräch vereint und bilden somit eine Gruppe derjenigen, die Probleme für die Gemeinschaft zu lösen versuchen. Die gespannte Atmosphäre, das spartanisch ausgestaltete Interieur der Ratsstube, der unauffällige Zusammenklang der Farbtöne, all das verhilft der Komposition dieser Arbeit zu einer beeindruckenden Form der Geschlossenheit.
Zur großen Ausstellung der Düsseldorfer Malerschule, die zu Beginn der 30er Jahre in München und später in Düsseldorf stattfand, wird vom Künstler in einer Besprechung seines Gemeinderats hervorgehoben, dass Küppers Charakterfiguren sieht, die er porträtähnlich auffasst, sodass sie den Menschen formen. „Im Gemeinderat gruppiert der Künstler seine Typen zu einer Einheitshandlung von überzeugender Kraft. Er bleibt dabei aufrecht und verliert sich nicht in pointierte Anekdoten.“
Das Gemälde wurde vom jetzigen Besitzer vor mehr als 20 Jahren aus Privatbesitz erworben und wurde bereits 1996 zum 50 Todestag des Malers in Wassenberg ausgestellt und im gleichen Jahr bei der Vortragsreihe des Heimatvereins Geschichte vor Ort von Hans Heidemanns besprochen. In der großen Ausstellung von der KSK Wassenberg war es wieder Teil der herausragenden Sammelstücke und heute ist es Bestandteil der Sammlung Leo Küppers im Leo-Küppers-Haus.


 

Bild 2 Niederrheinische Spinnstube
Dauerleihgabe – Begas-Haus Heinsberg
Maße: 58x49 Öl/Leinwand sign. Unten links

Niederrheinische Spinnstube

Zentraler Punkt, dieses im mittleren Format gestalteten Gemäldes, ist die Gestalt der Spinnerin im niederrheinischen Kücheninterieur. In einer für Küppers ungewöhnlichen Farbigkeit, gesteigert durch die geschickt nachempfundene Lichtkraft der Abendsonne, vermittelt die Arbeit die beruhigende Beschaulichkeit eines frühen Feierabends oder sonntäglichen Spätnachmittags. Gesteigert wird die Vertrautheit zu Haus und Heimat noch durch die Anwesenheit des zeitungslesenden Vaters.
Das Gefühl für Geborgenheit, natürlich in bürgerlichen Haushalten in Zeiten großer politischer Spannungen, brachten Leo Küppers gehäuft Aufträge dieses oder ähnlicher Genres auszuführen.
Im Heimatkalender der Heinsberger Lande schreibt der Heimatforscher W.J. Spehl 1930: „Zurzeit da dieser Kalender erscheint, soll im Museum in Heinsberg eine Ausstellung seiner Werke veranstaltet werden. Eines dieser Werke – Niederrheinische Spinnstube – ist zum Ankauf für das Museum bestimmt, und wir hoffen, dass er bald auch in unserer Heimat ein dankbares Motiv für eine neue Arbeit findet.“
Dieser Ankauf hat seinerzeit nicht stattgefunden. Es wurde 1996 dem Kreisheimatmuseum angeboten und einige Jahre im Rahmen der heimatkundlichen Sammlungen ausgestellt.
Zur Eröffnung des Leo-Küppers-Hauses am 5. Februar 2017 wurde es aus dem Depot des Begas-Haus als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.
Es ist also wieder in der Öffentlichkeit angekommen und findet in der Sammlung Leo Küppers einen angemessenen Platz.


 

Bild 3 Der Geigenspieler
Dauerleihgabe – Privatbesitz
Maße: 57x48 Öl/Leinwand sign. Unten rechts

Der Geigenspieler

Dieses im mittleren Format gestaltete Gemälde zeigt in eindrucksvoller Weise die meisterliche Gestaltungskunst des Genremalers Leo Küppers. Im Geigenspieler beispielhaft dargestellt sind seine Affinität zur Kunst der Niederländer im 16. Jahrhundert exemplarisch demonstriert an der monochromen Gestaltung des Hintergrundes, den die Niederländer in ihren Ontbijtes (Frühstücksbildern) zur Perfektion brachten. Den zentralen Punkt bildet der auf einer Truhe sitzende Spieler im küpperstypischen roten Mantel und Hut. Die erloschene Kerze als auch die achtlos auf dem Boden liegenden Notenbücher machen den Eindruck auf einen einsamen Alten augenfällig. Dennoch zeigen die aus der Dunkelheit leuchtenden Flecken, der Handrücken der Streicherhand, die Gesichtshälfte, die Notenblätter eine in sich geschlossene Einheit. Das wiederum strahlt eine konzentrierte Ruhe aus, die dem Alter auch eine tröstliche Perspektive aufzeigt.
Der Geigenspieler ist also nicht die tragische Figur eines zu Ende gehenden Lebens, sondern eine in sich ruhende Person, selbstvergessen aber nicht verzweifelt.


 

Bild 4 Der Würfelspieler
Dauerleihgabe – KSK Erkelenz
Maße: 38x49 Öl/ Leinwand sign. Mitte links

Der Würfelspieler

Die für Küppers typische kleinformatige Arbeit bietet dem Betrachter eine abwechslungsreiche Einsicht in menschliche Charaktere und Verhaltensmuster. Was auf den ersten Blick an eine beschauliche Wirtshausszene erinnert, stellt bei einer näheren Betrachtung eine spannungsreiche Situation zwischen Menschen unterschiedlichen Charakters und Herkunft dar.
Den Mittelgrund des Gemäldes bildet die Tischrunde in einer gemütlich wirkenden Gaststube. Das Beisammensein in beschaulicher Runde ist aber nur augenscheinlich. Tatsächlich sitzen sich hier zwei Parteien gegenüber, die eher nicht zusammengehören.
Da sind Männer der Stammtischrunde, die sich bei Wein und Tonpfeife zum Feierabend treffen. Sie bilden den skeptischen aufmerksamen Halbkreis im Hintergrund. Der agierende Partner in der Runde zeigt sich dem Betrachter nur in Halbrückenansicht; ist in Haltung und Kleidung abgehoben von dem bürgerlichen Hintergrund und konzentriert sich deutlich auf sein Würfelspiel. Seine Kunstfertigkeit scheint die Bürgerrunde über die Maße zu erstaunen. Darüber hinaus spielt sich in ihren Mienen auch eine gewisse Scheu und Skepsis gegenüber dem Fremden wieder.
Der Fremde, der schon in Kleidung, Haltung und Positionierung vom Maler von der Runde getrennt wird, unterscheidet sich auch in seiner Trinkgewohnheit. Auf einem Beistelltisch neben ihm hat die Wirtin den Branntweinkrug wohlweislich hingestellt. So kann man mit Recht diese Szene untertiteln mit dem alten Spruch – Der Teufel hat den Schnaps gemacht, um uns zu verderben – und wir ergänzen: und das Würfelspiel.
Dieses Gemälde ist ein schönes Beispiel, wie Küppers in seine oft harmlos wirkende Genrebilder sinnhafte und ermahnende Botschaften mit einfließen lässt.


 

Bild 5 Horn und Korn
Dauerleihgabe – KSK Erkelenz
Maße: 49x38 Öl/Leinwand sign. Unten links

Horn und Korn

Wieder eine kleinformatige Arbeit, die auf engstem Raum die Stimmung einfängt, die so die vertraute Situation niederreinischer Dörflichkeit wiederspiegelt.
Der Schankraum der Gastwirtschaft wird flugs in einen Konzertsaal umgestaltet, indem dem Konzertierenden ein breiter Schanktisch bereit gestellt wird, auf den er seine Notenblätter eher unordentlich verteilt. Die Noten zum dargebotenen Musikstück sind vor einem Bücherstapel aufgerichtet, das Horn ist in Anschlag gebracht und das notwendige Schmiermittel, die Flasche Korn, steht in Reichweite.
Während die Zuhörerschaft mangels Sitzgelegenheit vom Hintergrund aus gespannt die Vorbereitung zum Kunstgenuss stehend den Beginn erwartet, konzentriert sich der Meister auf die nun bald erklingenden Töne. Die Backen sind gebläht, die Nase gerötet durch Eifer oder Schmiermittel, man weiß es nicht. Sicher ist, dass der Wandermusikant dem eher wenig spannenden Wirtshausgang der Dörfler eine besondere Attraktion bietet, wovon auch die aufmerksame Beobachtung des Hündchens in der Mitte des Geschehens Zeugnis gibt.
Die Komposition des Bildes entspricht der Intention des Malers, hier eine stimmige launige Runde zu präsentieren, die den Betrachter schmunzeln lässt und ihm vermittelt, nicht nur das Horn ist rund.


 

Bild 6 Der Zeitungsleser
Dauerleihgabe – Begas-Haus Heinsberg
Maße: 46x37 Öl/Leinwand sign. Oben rechts

Der Zeitungsleser

Es gibt nur wenige Gegenstände, die den Hausrat des lesenden Mannes beschreiben.
Es ist die Reduzierung auf das Notwendigste, um Atmosphäre zu erzeugen. Küppers will hier nicht Armut beschreiben, eher bescheidene Beschaulichkeit im bäuerlichen Raum. Auch hier fällt uns wieder der Niederrhein ein, mit seinem so typischen Interieur bäuerlicher Anwesen. Jedes kleine Bauernmuseum hier in der Gegend zeigt Wohnstuben, wo Tisch, Stuhl mit geflochtenem Sitz, ein kleines Bild an der Wand, eine bescheidene Einheit bilden. Aber auch in dieser Umgebung entsteht ein gewisser Luxus, den nur ein arbeitender Landmann für sich zu schätze weiß. Wir, in unserer von Reizen überfluteten Welt, werden inne bei der Betrachtung von dieser Idylle. Was braucht es mehr, als nach langem Arbeitstag noch einmal die Zeitung von gestern oder das Leihexemplar vom Pastor zu studieren und bei einem Glas Wein oder Most die Geschehnisse in der großen, weiten Welt zu erfahren.
Da gibt es noch nicht die Schnelllebigkeit der heutigen Zeit, die im Minuten- und Stundentakt mit Neuigkeiten aufwartet.
Der Alte erfährt Altes von woher?
Namen und Orte sind wohl fremd, sodass die Nachrichten aus der Kreisstadt oder dem Bezirk Stoff zum Nachdenken genug bieten.
Ein idyllisches kleines Werk, das vor fast einhundert Jahren gemalt, noch an die gute alte Zeit erinnert.


 

Bild 7 Der Maler im Louvre
Dauerleihgabe – Privatbesitz
Maße: 107x98 Öl/Leinwand sign. Unten links

Der Maler im Louvre

Dieses großformatige Gemälde stellt den Maler in den Mittelpunkt der grandiosen Kunstwelt des Louvre. Links sehen wir Friese wohl römisch-griechischer Provenienz, schemenhaft im Halbdunkel, aber majestätisch aufsteigend. Was aber den Mittel- und Hintergrund beherrscht ist die große Kostbarkeit der nicht eben armen Sammlung von Skulpturen des Museums.
Hochaufragend zeigt uns der Künstler in wenigen schattigen und lichten Malzügen die berühmte Nike von Samothrake, eine der wenigen erhaltenen Darstellungen der griechischen Göttin des Sieges, wohl um 200 v. Chr. entstanden. Bedeutsam bei diesem Gemälde ist die Aufstellung der Statue zu einer Zeit, die vor 1914 erfolgte. Heute steht die Nike prominent unter einer Glaspyramide zentral im Louvre. Wer stellt sich aber so selbstbewusst und forsch in dieses Ensemble antiker Kunst? Der sogenannte Malerstock in der rechten Hand des Mannes zeichnet ihn als Maler aus. Mantel und keck gesetzter Hut vervollständigen das Bild des Künstlers. Als blickte er in die Linse einer Kamera produziert er sich im Selbstporträt. Der Gedanke drängt sich auf, dass sich Küppers hier selbstbewusst in Denkmal setzt.
Wir wissen, dass er mehrfach zu Studien in Paris lebte. Es ist bekannt, dass er vor 1914 in Paris weilte und mit dem Ausbruch des Weltkrieges, wie auch viele andere deutsche Künstler, zurück nach Deutschland kam, um als Kriegsfreiwilliger zu dienen.
Fotos und ein Selbstporträt von Küppers kennen wir nur aus späterer Zeit.
Hier würden Aussehen und Gestik auf den 30-35 jährigen Küppers deuten.
Bleibt die Personenstaffage zu erwähnen. Hier greift Küppers die Gebärden und Kleidungsstücke seiner späteren niederrheinischen Genreszenen auf und stellt sich so in die Mitte seiner Niederrheiner und nicht in das mondäne Besucherpublikum der französischen Hauptstadt. Ist hier schon die patriotische Grundstimmung wiedergegeben, die die deutschpreußischen Bürger zu Beginn des 1. Weltkrieges wie eine Fieberkrankheit ereilte?


  

Bild 8 Kirmes am Niederrhein
Dauerleihgabe – KSK Erkelenz
Maße: 97x109 Öl/Leinwand sign. Unten rechts

Kirmes am Niederrhein

Dieses großformatige Gemälde fällt in vielerlei Hinsicht innerhalb der Ausstellung aus dem Rahmen. Küppers hat hier ein Thema gewählt, das bezüglich der Maltechnik als auch des Sujets außergewöhnlich ist. Allein die Tonigkeit der Farben erinnert an die Interieurs seiner Genrebilder.
Hier besticht die Vielbürgerlichkeit des Kirmestreibens.
Der Maler wählt zur Betrachtung des Geschehens einen etwas entfernten, höher gelegenen Standort, um sich einen gute Überblick zu verschaffen.
In schöner perspektivischer Sicherheit geht er von präziser Betrachtung des Geschehens einzelner Gruppen über in die Unübersichtlichkeit des Kirmesgeschehens im Mittel- und Hintergrund. Dieses geht dann stimmig über die Budendächer hin in die kleine Stadt, die sich von der Höhe hinten rechts bis ans Rheinufer erstreckt.
Viele der hier dargestellten Attraktionen erinnern an eine Zeit, die zwischen der Jahrhundertwende um 1900 und 1920 zu vermuten sind.
Der Leierkastenmann zieht eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen an, seine Tochter sammelt im Umfeld die Spenden ein und gewinnt mit dem Affen am Bande zusätzlicher Aufmerksamkeit. Der Moritatensänger mit seinen Schautafeln ist ebenso ein Hingucker wie der Mann mit seinem Spieltisch im Vordergrund.
Die Details verschwimmen mit der Entfernung zum Geschehen und lassen den Betrachter immer wieder neue Entdeckungen machen. Während die Figuren im Vordergrund die genaue Betrachtung des Malers in genrehafter Qualität wiedergeben, wirken die skizzenhaften Darstellungen der Menschenmassen im Mittel- und Hintergrund nur noch als Staffage.
Karussell und Riesenrad sind am Rande der Budenstadt als Abschluss des Kirmestreibens noch einmal als Höhepunkt der Attraktionen zu erwähnen.
Die Kirmes hier am Rhein bildet ein gesellschaftliches Ereignis von besonderer Bedeutung für die Menschen der Kleinstadt. Sie ist mehr als nur Vergnügungsort, hier wird man gesehen und sieht, so bleibt Leo Küppers in seiner Bestimmung treu, Menschen in vertrauter Umgebung darzustellen. Hier also einmal nicht als kleine Gruppe in geschlossener Gesellschaft, sondern als Gemeinschaft einer kleinstädtischen Umgebung, eben Niederrhein.


 

Bild 9 Porträt eines alten Mannes
Dauerleihgabe – Privatbesitz
Maße: 27x21 Öl/Leinwand sign. Unten links

Porträt eines alten Mannes

Dieses im Halbprofil gezeigte Porträt eines alten Mannes ist ein hervorragendes Beispiel für das große Zeichentalent des Leo Küppers.
Schon der ins expressionistische gehende Malstil verrät die enge Verbindung zwischen Küppers und Eduard von Gebhardt, dessen letzter Meisterschüler Küppers war. Gebhardt wie Küppers sind von den Wurzeln her von der religiösen Bildnismalerei gekommen. Neben dem Einfluss von Professor Feuerstein von der Münchener Akademie auf Küppers Motivwahl (s. Bild 10) wird hier der bestimmende Malduktus von Gebhardt durch Küppers noch überhöht. Auch in diesem kleinen Porträt bleibt Küppers seiner bevorzugten Farbauswahl, den gedämpften Tönen, treu.
Dennoch „explodieren“ die Farben in diesem kleinen Porträt in für Küppers ungewohnter Art. Wieder zusammengeführt in gebührendem Abstand zeichnen sie ein konzentriert erscheinendes Bild des alten Mannes.



Bild 10 Jesus vor Pontius Pilatus
Dauerleihgabe – Privatbesitz
Maße: 87x65 Öl/Leinwand sign. Unten rechts

Jesus vor Pontius Pilatus

Leo Küppers Wunsch, Zeichenlehrer zu werden, war wohl die Ermahnung des Vaters etwas Anständiges zu lernen. Mit seinem Talent zum Zeichnen war die Alternative für den Handwerker Vater Küppers der Beruf des Anstreichers und Malers für seinen Sohn gesetzt. Da wich Leo Küppers aus und überzeugte die Eltern, ihm die Ausbildung zum Zeichenlehrer an der Kunstgewerbeschule in Düsseldorf zu erlauben.
Bekanntschaften mit Studenten der Kunstakademie waren wohl ausschlaggebend für ihn, sich für das Kunststudium zu entscheiden. Es wird das angeborene Talent zum Zeichnen gewesen sein, dass er ohne höhere Schulbildung als Student zugelassen wurde.
Es wird berichtet, dass er während der Semesterferien sich mit Auftragsarbeiten als Theatermaler in Thüringen und Sachsen das Studium finanzierte und auch in Kirchengemeinden mit Gestaltung religiöser Aufträge wie z.B. Kreuzwege und Freskenmalerei sein Geld verdiente.
Weitere Ausbildungsorte wurden für ihn die Akademien in Karlsruhe und München. Dort wurde Schüler von Professor Feuerstein, dem führenden akademischen Lehrer für religiöse Kunst. Wir wissen auch, dass Küppers nach seiner Münchener Zeit immer wieder Aufträge aus dem kirchlichen Bereich erhielt, in Kirchen zu arbeiten und Kreuzwege zu malen.
Hier haben wir nun ein frühes Beispiel für seine religiöse Kunst zu Beginn seiner Malerlaufbahn. Das Gemälde zeigt die Kreuzwegstation, die Jesus nach der Dornenkrönung vor den römischen Statthalter Pontius Pilatus bringt, der Jesus nach dem Wunsch der hohen Priester und der aufgebrachten Menge zum Tode verurteilen soll. Die Verurteilung erfolgt auch, aber Pontius Pilatus zeigt sich hier in der Rolle des taktierenden Politikers und demonstriert für alle sichtbar, dass er dem Wunsch des Volkes entspricht, aber seine Hände in Unschuld wäscht.
Jesus schaut den Betrachter direkt an mit einem Gesichtsausdruck des Erstaunens aber auch stiller Würde, während die Gesichtszüge des Statthalters Hinterlist und die des römischen Soldaten rohe Gewalt ausdrücken.



Bild 11 Stadtansicht Wassenberg im Winter
Dauerleihgabe – Stadt Wassenberg
Maße: 44x79 Öl/ Holz sign. Unten rechts dat. 1904

Stadtansicht Wassenberg im Winter

Mit dieser Hommage an seine Heimatstadt meldet sich der als Zeichenlehrerschüler, nach Düsseldorf ausgewanderte Leo Küppers nach Hause zurück. Sein ausgeprägtes Zeichentalent fördert Aufbau und Perspektive des Gemäldes durchaus die winterlich gedämpfte Farbgebung. Der Maler geht hinaus vor die Stadtmauer hin zum Wingertsberg, um das prägende Ensemble von Georgskirch, Stadtmauer und Bergfried vor Augen zu haben.
Die verschneite Wiesenlandschaft vor der Stadtmauer nimmt fast die Hälfte des Bildvordergrunds in Anspruch und lässt den Blick des Betrachters gerne hinüber auf die Silhouette der Stadt streifen. Links im Bild der alte Wehrturm am Ende der langen Stadtmauer, dahinter Hausdächer, wo heute der Küstersgarten mit seinem mächtigen Mammutbaum zu finden ist. Dann die Georgskirche und hangaufwärts die Burg mit dem in Ruinen stehenden Bergfried als höchster Geländepunkt im Rurtal.
Diese postkartenwürdige Ansicht Wassenbergs konnte der junge Küppers 1904 noch genießen, bevor der Bahndamm der Linie Baal-Wassenberg aufgeschüttet wurde und die Blickrichtung zwischen Stadt und Rurhöhe sperrte. Daher haben spätere Künstler und Fotografen den Blick auf Kirche, Berg und Bergfried auch immer wieder vom Gondelweiher aus gerichtet, der zu jener Zeit noch nicht existierte.
Das Wiesengelände vor der Stadtmauer ist heute Teil des Garten- und Parkringes, der vom Bergfried aus über die Kirchstraße hin zum Küstersgarten und Gondelweiher bis ins nahe Judenbruch führt.
Das anmutige Städtchen lässt den jungen Künstler aber nicht vergessen, dass er hier nur auf Weihnachtsbesuch bei den Eltern ist. Da malt er flugs die zweispännige Postkutsche, die mühsam die Kirchstraße hinaufgezogen wird und die ihn in den nächsten Tagen nach Erkelenz bringen wird, von wo er den Zug nach Düsseldorf nimmt.



Bild 12 Die Weinprobe
Dauerleihgabe – Privatbesitz
Maße 70x61 Öl/Leinwand sign. Oben rechts

Die Weinprobe

Die Szene spielt im Ausschank des Winzers. Der Gast ist wohl ein Wanderer, der seinen Spaziergang durch die Weinberge unterbricht, um einen kühlen Trunk zu genießen. Das spärliche Licht, das den Raum erhellt, fällt durch dicke Butzenscheiben eines Fensters im Hintergrund. Eine weitere indirekte Lichtquelle kommt aus dem Vordergrund und beleuchtet den genießenden Weintrinker ausreichend, um ihn in den Mittelpunkt der Betrachtung zu stellen.
Wie er das Glas hebt und mit Genuss den ersten Schluck nimmt, mit verschlossenen Augen und stiller Zufriedenheit im Gesicht, das hat der Künstler meisterlich in Szene gesetzt. Damit beweist Küppers erneut sein Talent Genreszenen in wenigen Farben und wenig Staffage zu gestalten. Wie es damit die beiden Sinne, Schmecken und Riechen, so deutlich in den Mittelpunkt seiner Betrachtung stellt, erinnert uns wieder an seine künstlerische Ausrichtung, die holländische Genremalerei des 16. Jahrhunderts, mit ihren oft derben bäuerlichen Gelagen, in das nüchterne beginnende 20. Jahrhundert zu transferieren. Betrachtet man den Winzer, wie er in gespannter Haltung den Genießer beobachtet, so wird die Szene in harmonischer Weise geschlossen, Zumal sein zufriedener Gesichtsausdruck verrät, dass er von der Qualität seines Weines sehr überzeugt ist.



Bild 13 Aussicht auf Wassenberg
Dauerleihgabe – Privatbesitz
Maße: 34x36 Druckgrafik sign. Unten rechts

Aussicht auf Wassenberg

Diese Stadtansicht von Wassenberg war Anfang des 20. Jahrhunderts in Wassenberg und Umgebung beliebt und weit verbreitet. Bekannt sind zwei Gemäldeversionen, die 1904 entstanden und im Familiensitz verblieben. Das größere der beiden Gemälde gelangte dann in den Besitz der Stadt Wassenberg und ist nun in der Dauerausstellung im Leo-Küppers-Haus ausgestellt.
Küppers zeigt in der Grafik die gleiche Perspektive, die er auch in den Gemälden wählte. Die Grafik gibt jedoch einer größeren Tiefenwirkung Raum, indem sie den Blick des Betrachters vom Vordergrund des Bildes, die Weidezaunanlage entlang, in eine schier endlose Tiefe führt. Hier trifft dann die zweite markante Linie hinzu, die das Bild in der Horizontalen schneidet. Die alte Stadtmauer ist hierfür die Grenze zwischen Natur und städtischer Bebauung und den markanten Wahrzeichen Wassenbergs, der Georgskirche und der noch in Ruinen stehende Bergfried um 1904.


 

Bild 14 Der Hornist
Dauerleihgabe – Privatbesitz
Maße: 50x40 Öl/Leinwand sign. Unten links

Der Hornist

Dieses Bild ist ein weiteres Beispiel für die geniale Begabung des Leo Küppers, Szenen des Alltäglichen in eine Atmosphäre der ruhenden Beschaulichkeit zu bringen.
Wir haben den Hornbläser bereits in Bild 5 als Alleinunterhalter im Wirtshausmilieu vorgestellt.
Hier ist der Alte allein in seinem Dachzimmer. Es zeigt ihn in ungewöhnlicher Position: auf dem mit einem persischen Teppich bedeckten Tisch sitzend. Der Teppich ist eine Reminiszenz an die Gemälde der Niederländer im 17. Jh. Ein Schemel mit geflochtenem Sitz dient ihm zur Entlastung des linken Beins.
Hier ist ein Mann behaglich zuhause in einem mittelalterlichen Städtchen, dessen Silhouette wir hinter den Butzenscheiben erkennen. Er übt ein Stück „just for fun“ ohne Noten, die auf dem Tisch liegen. Er braucht weder Publikum noch Applaus.
Was er „trötet“ wird er wohl zur Weihnachtszeit mit seinem Posaunenchor vom Kirchturm blasen, den wir im Hintergrund erkennen, um die Bewohner des Städtchens auf die Weihnachtszeit einzustimmen.



Bild 15 Die zwei Piefen
Dauerleihgabe – Privatbesitz
Maße: 48x38 Öl/Holz sign. Unten rechts

Die zwei Piefen

Küppers präsentiert mit diesem Kabinettstückchen wieder einmal die „gute, alte Zeit“, in der es auch ohne Strom und Heizung heimelig zuging.
Der für Küppers so typische Alte in rotem Überrock und Hut sitzt in seiner Wohnstube und zündet sich genüsslich seine lange Pief an.
Der Piefekopp brennt mächtig, und es ist schwer zu sehen, ob mehr Rauch oder mehr Feuer die Bude qualmen lässt.
Eine zweite Feuerquelle ist die Öllampe, die den schummrig beleuchteten Raum in ein heimeliges Licht taucht.
Die eigentliche Feuerstätte, der eiserne Bärenklauofen im rechten Hintergrund mit dem großen Wasserkessel darauf, ist dagegen noch nicht in Aktion. Wahrscheinlich mangelt es an Kohlen, denn die Schütte davor ist leer. Das scheint den Alten aber nicht zu stören. Ihm reicht es, wenn die Pief qualmt und das Pieferohr kalt bleibt.


 

Bild 16 Der Babysitter
Dauerleihgabe – Missionshaus St. Michael Steyl
Maße: 50x40 Öl/Leinwand sign. Oben links

Der Babysitter

„Für was ist man noch immer gut“. Diesen Spruch hört man immer wieder, wenn sich alte Leute nicht zum „alten Eisen zählen wollen. In der häuslichen Großfamilie war es eh und je so, dass die Alten nicht in Rente gingen, sondern ihren Beitrag zum häuslichen Leben zusteuerten und so zum Fortbestand der Familie sorgten.
Dem Ohm sei die Rolle gegönnt, aber nur Zeitung lesen am helllichten Tage, das geht ja nicht. Vielleicht hat er noch eben beim Füttern geholfen oder der jungen Bäuerin im Garten mit Rat und Tat beigestanden – Mütze, Joppe und Klompen deuten darauf hin.
„Geh und pass auf das Kleine auf“, wird der Rat gewesen sein, eine Ruhepause einzulegen. Nun hat er die Gelegenheit, die Zeitung noch vor dem Abend zu lesen und beim Abendessen das Neueste mitzuteilen.
Fürsorglich hat er den rechten Klompen abgestreift und betätigt mit dem Fuß leicht die Wiege, ein Erbstück aus der Familie.
Das Wohnzimmer mit der Balkendecke, die Eichenvitrine mit Gläsern und Porzellan zeigen zeigen ein gediegenes Interieur, das sich mit dem eines bürgerlichen Haushaltes messen lassen kann.
Ruhe, Geborgenheit und Wohlstand drücken sich in diesem Gemälde unaufdringlich aus.


 

Bild 17 Die alte Juffer
Dauerleihgabe – Missionshaus St. Michael Steyl
Maße: 42x35 Öl/Holz sign. Unten links

Die alte Juffer

In diesem Bild entführt uns Küppers in die niederländisch-belgische Welt der Beginen. Die klosterähnliche Gemeinschaft erlaubte es unverheirateten älteren Frauen oder Witwen ihre Eigenständigkeit in vertrauter Umgebung zu behalten. In den sogenannten Beginenhöfen lebten sie in fest ummauerten, bewachten Kommunitäten. Sie entstammten in den meisten Fällen dem niederen Adel, dem wohlhabenden Bürgertum oder dem großbäuerlichen Milieu.
Das am meisten verbindende Merkmal waren jedoch christliche Lebensführung, priesterliche Betreuung, Kirchgang und Gebet.
Küppers hat einen Blick in die Wohnstube einer Begine gewagt. Da sitzt die Alte kerzengerade auf ihrem Stuhl und strickt, denn Müßiggang ist aller Laster Anfang. Sparsamkeit ist eine Tugend, die sie von Jugend an verinnerlicht hat. Kein Ofen heizt den Raum; Haube, ein dicker Wollrock, Schal und Pullover reichen aus. Den einzigen Luxus erlaubt sie sich, indem sie die Füße auf ein Heizbänkchen setzt, in dem ein erhitzter Ziegelstein vor Fußkälte schützt.
Ihre Herkunft verrät uns der Künstler indirekt mit der gediegenen Ausstattung des Wohnraums.
Das Porzellan auf dem gläsernen Wandbord ist nicht zum täglichen Gebrauch bestimmt. Die Kommodentruhe mit Kupferkessel und Krügen, das Bild an der Wand, eine Pieta, weisen auf einen gewissen Wohlstand hin. Woher dieser Wohlstand kommt, erfährt der Betrachter, wenn er Löffelbrett und Butterfass, Erbstücke vom elterlichen Hof am rechten Bildrand sieht.

 

Leben und Wirken des Wassenberger Kunstmalers Leo Küppers

Jeder von uns bewegt sich in einem Geschichtsbuch – bewusst oder unbewusst.
Jeder von uns ist eine Seite in diesem Geschichtsbuch.
1880-1946

 

Dr. Leonard Küppers

 

 

Mit Anmerkungen zur Dauerausstellung im Leo-Küppers-Haus
von Walter Kurzweg

 

Dr. Leonard Küppers

 

Leo Küppers
Werdegang – Wirken – im Spiegel seiner Zeit


Geschichte bedeutet alles Geschehene und seine Darstellung, im eigentlichen Sinne ist es die Wissenschaft, die sich mit der Erforschung der Menschheitsvergangenheit beschäftigt.
Voraussetzung ist die kritische Auseinandersetzung mit dem Geschehenen.
Leo Küppers, ein anerkannter Künstler seiner Zeit, von manchen, ja von vielen Wassenbergern leider vergessen!
- Warum vergessen?
Leo Küppers wird 1880 in Wassenberg geboren – hineingeboren in eine alte Handwerkerfamilie, sein Vater ist Schuhmacher. Nun, wir wissen, der Mensch wird von seinem Umfeld geprägt – beeinflusst.

Ein Blick zurück: Wassenberg 1880 – gut 1000 Einwohner.
Man ist fleißig, bieder, fromm.
Keine Industrie – keine Eisenbahn – keine Autos – kein Telefon – gelegentlich eine Zeitung. Kein Tor zur großen Welt.
Die Heimweberei auf Handwebstühlen ist für viele der einzige Erwerbszweig, daneben Landwirtschaft und Handwerk.
In jenen Jahren kommt die Hausweberei durch das Vordringen mechanischer Webstühle langsam zum Erliegen, zudem wird um die Jahrhundertwende die Zeche Sophia-Jacoba abgeteuft und die „Vereinigten Glanzstoff-Fabriken“ werden gegründet.
1893 baut Krahnen und Gobbers in Wassenberg die erste mechanische Seidenweberei mit 500 Webstühlen – ein industrieller Aufschwung setzt ein.
Leo Küppers ist zu dieser Zeit 13 Jahre alt – ein Schulkind.

Und die Welt um 1880?


 

König Wilhelm I. wird 1871 in Versailles zum Deutschen Kaiser proklamiert.
Bismarck ist Reichskanzler, das Bürgertum – patriotisch gesonnen, stolz, selbstbewusst, fortschrittlich, auf der Gegenseite: ein darbendes Proletariat.
Karl Marx (†1883) entwickelt mit Friedrich Engels eine neue Theorie über Kapital und Arbeit.
Preußen führt einen Kulturkampf gegen die Kath. Kirche.

Kein Jahrhundert hat das Leben der Menschen in Westeuropa – in Deutschland – so verändert wie das 19. Jahrhundert.
Seit der Erfindung der Dampfmaschinen führt dies zur industriellen Revolution. Die Massenproduktion von Waren, der ausgeweitete Handel, eine veränderte Finanzwirtschaft regulieren die Machtverhältnisse der Welt völlig neu. Es kommt zu einer Auswanderungswelle, Kolonien werden gegründet.
Die industrielle Revolution hat allenthalben die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Strukturen grundlegend verändert. Der dramatische Aufschwung der Produktion wird jedoch zunächst mit den Opfern und Leiden der ersten Arbeitergeneration bezahlt.
Überlange Arbeitszeit – niedrige Löhne.
Frauenarbeit, Kinderarbeit, Hungertuberkulose, Wohnungselend in den Städten, das ist die Kehrseite der Medaille „Fortschritt“!
Die soziale Frage wird zum Kernproblem jener Zeit.
Dieses Umfeld – diese Lebensbedingungen beeinflussen naturgemäß Kunst und Wissenschaft.

In dieser Zeit findet allenthalben ein riesiger Gärprozess statt. Es brodelt – und da lebt in Wassenberg ein Schulkind – sicherlich fleißig – lernt in der Schule am Stiftsplatz rechnen und schreiben, lernt seinen Katechismus, kann gut zeichnen und malen – vielleicht in der Schusterwerkstatt seines Vaters, Josep Küppers, einen Schuh – einen Schemel, oder seine Mutter Elisabeth, geb. Schaffrath ein Blumenbildnis, oder malt der Oma zum Namenstag ein hübsches Aquarell wie dies Kinder auch heute noch gerne zu tun pflegen.
Was soll aus dem Jungen werden?
Zur Fabrik? – Nein!
Handwerker – er kann gut malen, das bedeutet anstreichen, also Anstreicherlehre.
Doch in dem jungen Mann steckt mehr!
Mutig, sehr mutig, man bedenke den damaligen Zeitgeist, geht er 1897 – 17 Jahre alt – zur Kunstgewerbeschule nach Düsseldorf, um Zeichenlehrer zu werden.
Künstler – nein danke – wie wird man wohl zu Hause darüber gedacht haben.
Künstler – das kam direkt hinter „fahrendes Volk“.
Lehrer – das war’s! Das hatte Prosperität – Achtung – vermittelte Ansehen.
Die Ausbildung erfolgt in Düsseldorf.
Düsseldorf – das Mekka der Maler. Die Düsseldorfer Malerschule ist damals weltberühmt.
Lassen Sie mich einiges zu der Geschichte dieser Düsseldorfer Malerschule sagen.
Daran können Sie ermessen, dass ein an dieser traditionsreichen Akademie tätiger Künstler wer gewesen sein muss!
Zweit- und Drittklassigkeit haben in Düsseldorf keine Chance.

Ende des 16. Jahrhunderts gründet Johann Wilhelm, Herzog von Jülich eine Kunstsammlung in Düsseldorf.
Diese Kunstsammlung genießt damals: „als Heimatstatt einer der bedeutendsten Sammlungen Europas weit reichenden Ruhm.“
Nach Aussterben des jülisch-bergischen Regentenstammes 1609 fällt Düsseldorf an Pfalz-Neuburg und wird 1614 Residenz der Pfalzgrafen (Haus Wittelsbach, bay. Königshaus). Wassenberg ist damals Amtssitz eines Vogtes im Herzogtum Jülich, eine Art Kreisstadt.

1742 kommt Herzog Karl Theodor nach Düsseldorf und gründet auf der Grundlage der vorhandenen Kunstsammlung des Jülicher Herzogs Johann Wilhelm die Malerakademie.
Die beiden Herzogtümer Berg und Jülich sowie die Residenzstadt Düsseldorf erleben unter Karl Theodor und seinem Statthalter Graf Goltstein eine Zeit der wirtschaftlichen wie der kulturellen Hochblüte. Heinrich Heine, ein Kind Düsseldorfs, spricht einige Jahrzehnte später rückblickend sogar von einem „goldenen Zeitalter“. Und der Naturforscher, Weltumsegler und Schriftsteller Georg Forster stellt in seinen um 1790 veröffentlichten „Ansichten vom Niederrhein“ gar die rhetorische Frage: „Wer doch das Geheimnis einer guten Staatsverwaltung wüsste, damit er sagen könnte, warum sich in den Herzogtümern Jülich und Berg so große Reichtümer häufen, wieso die Bevölkerung daselbst so stark und der Wohlstand der Einwohner gleichwohl so allgemein ward, dass die kleinen Städtchen (Wie auch Wassenberg; Anm. d. Verf.) nicht minder wohlhabend sind als die Residenzstadt, dass der Anbau auf dem platten Lande denselben Geist der guten Wirtschaft, denselben Fleiß zeigt wie die Fabriken, warum man hier so leicht den Weg zu einer glücklichen Existenz finden lernt, den anderwärts so schwer zu treffen scheint?“

Wilhelm Heinse schreibt über Karl Theodor in einem Brief an den Dichter Johann Wilhelm Gleim: „Dieser Fürst unterstützt die künstlerischen Talente und zieht sie aus dem Staube hervor. Er ist selber ein großer Meister und Kenner und überzeugt davon, dass allein die schönsten Künste die Glückseligkeit der Menschen veredeln und stärken.“


 

Diese Herrlichkeit endet 1794. Franzosen besetzen Düsseldorf. Karl Theodor flieht nach München, nimmt viel Kunst mit, gründet mit dem Düsseldorfer Kunstschatz die heute weltberühmte Pinakothek.
1815 fallen die Rheinlande an Preußen.
1819 erfolgt nach Abzug der Franzosen erneut die Gründung der Düsseldorfer Malerschule. Direktor wird Wilhelm von Schadow, ein klassizistischer Bildhauer, er kommt aus Berlin. Von ihm stammt z.B. die „Quadriga“ auf dem Brandenburger Tor in Berlin. Er bringt seine begabten Schüler an den Rhein und reformiert die Lehrpläne grundlegend.
Von 1819 bis 1918 nennt sich die Schule „Preußische Kunstakademie“.
In der Zeitschrift MUT – Zeitschrift für Politik und Kulturgeschichte – von Dezember 1995 schreibt Hans Paffrath über „Meisterwerke der Düsseldorfer Malerschule 1819-1918“:

„Die Geschichte der Düsseldorfer Malerschule von 1819 bis 1918 ist zeitlich identisch mit der Existenz der Königlich-Preußischen Kunstakademie in Düsseldorf. Über einen Zeitraum von fast einhundert Jahren hatten dort mehrere tausend Maler studiert, viele davon aus dem europäischen Ausland (Skandinavien, Russland, Baltikum, etc.) und aus Amerika. Düsseldorf hatte sich als kleines Provinzstädtchen am Rhein mit kaum 30.000 Einwohnern (1820) innerhalb weniger Jahre zur führenden Kunstmetropole in Deutschland entwickelt und war in der internationalen Attraktivität sogar in Konkurrenz zu Paris getreten.
Rückblickend sehen wir in der Hinterlassenschaft der Düsseldorfer Malerschule heute ein komplexes Gebilde aus nahezu allen Bildthemen und Stilen, die in der bürgerlich bestimmten Kunst des 19. Jahrhunderts eine Rolle gespielt haben. Historienmalerei, Landschaft, Genre und Still-Leben sind in allen Facetten vertreten.
Romantische, naturalistische und impressionistische Gestaltung lösen einander ab und überlagern sich teilweise in einem für Düsseldorfer Kunst charakteristischen Wechsel idealistischer und realistischer Ansätze.
Die Jahrzehnte zwischen Reichsgründung (1871) und Jahrhundertwende brachten für Düsseldorf und die Düsseldorfer Malerschule gravierende Veränderungen in mehreren Bereichen. Die Einwohnerzahl der Stadt stieg bis 1900 auf über 200.000 an, begleitet von einem Bauboom infolge wirtschaftlicher Hochkonjunktur, einem sprunghaften Anwachsen der Künstlergemeinde und einer neuen Wohnkultur. Aus einfachen Bürgerwohnungen wurden prunkvolle Salons, die standesgemäß mit Werken der bekanntesten Künstler einzurichten waren. Von diesem gesteigerten Hang zu Repräsentation profitieren in erster Linie die Düsseldorfer „Malerfürsten“ Knaus, Vautier und Achenbach, deren Schaffenskraft langsam abnahm, während ihr Marktwert in bis dahin unbekannte Dimensionen aufsteigen sollte.“

Der Bekanntheitsgrad der Düsseldorfer Malerschule wuchs nicht nur in Amerika, sondern auch im europäischen Ausland und führte zu einem stetig steigenden Export von Düsseldorfer Gemälden, vornehmlich in den angloamerikanischen Raum und später bis nach Australien und Südamerika.
Die preußische Königsfamilie und die deutschen Kaiser sind ebenfalls häufig als Eigentümer bedeutender Werke der Düsseldorfer Malerschule verzeichnet.

In diese Kunstwelt hinein – wohl eine Welt für sich – dringt nun unser Wassenberger Leo Küppers vor.
Im Heimatkalender der Heinsberger Lande 1929 schildert W.J. Spehl den Lebenslauf des damals 50 Jahre alten Wassenberger Kunstmalers Leo Küppers im Rahmen eines Aufsatzes:

„Künstler aus dem Heinsberger Lande“

Die Menschen unseres Landes haben alle seit Jahrhunderten schwer ringen müssen mit des Lebens Not, Schaffen und Wirken auf ihren kleinen Ackern, am Webstuhl, auf der harten Planke der Korbmacher, in niederen Stuben, wo Gicht und Schwindsucht mit dräuender Miene neben ihnen hockten, um sie zu greifen. Selten hoben sie den von der Arbeit gebeugten Rücken zur Sonne empor, nur am Feiertag achteten sie der Blumen am Weg, und nur selten hörten sie den Vogels Sang am Bache, der durch ihre Niederungen fließt. Und auch die Ferne sahen sie gar selten, die Wunder der Ferne, die der Mensch sieht, der an den Ufern der Ströme und Meere wohnt. Ach, hätten sie nicht ihre kleinen Kirchen gehabt, sie hätten vielleicht nie gewusst, was Kunst und Kunstwerk ist. Nur um die Stunde des Abendrots, wenn sie von ihren Feldern reiten, steigt oft die Sehnsucht nach der Ferne heiß in ihnen auf, und dann summen sie die alten Weisen ihrer Jugend, die auch ihre Frauen an den Wiegen der Kinder singen. So hart war seit jeher das Leben hier. Rauh fegt der West (Wind) über das Land hin, so dass sich die Dörfer ängstlich in den Feldschluchten ducken müssen. Nur die Hänge jenseits der Rur liegen im Sonnenglanze, da rauschen die Wälder, da prunktet der Ginster, da glüht die Heide in Purpurglut.
In einem solchen Land gedeihen die Künstler nicht so leicht wie im Rheintal und an der Mosel- Und wer aus diesem Land zum Künstler wurde, der musste ernst, ja streng und ehrlich werden wie das Land selbst. In seinem Werk musste das Land seiner Heimat sich widerspiegeln. Ein echter Künstler kann die Kraft nicht leugnen, die ihm der Mutterschoß der Heimat mitgab.
Die Namen, die hier genannt werden, verdanken wir eigentlich dem Zufall. Es mag noch mehr Künstler gegeben haben und noch geben, die hier beheimatet sind, ohne dass deren Namen hier bekannt sind. Möglich, dass sie da draußen die Heimat vergaßen, möglich dass die Heimat sie vergaß. Auch soll der Bericht nicht erschöpfend sein, denn in der Presse und in der „Heimat“ ist über die bisher genannten schon ausführlich geschrieben worden, und der Raummangel verbietet uns Wiederholungen.
Darum soll im großen und ganzen hier nur eine Zusammenstellung gegeben werden…
…Leo Küppers
Altvertrauten heimischen und rheinischen Klang hat auch der Name des Malers Leo Küppers, der aus dem nahen Wassenberg stammt. Es nimmt uns nicht wunder, dass Wassenberg mit seinen Wäldern und seinen Blütengärten die Heimat eines Malers wurde. Der Name Leo Küppers war uns vertraut durch zahlreiche Abbildungen seiner Werke in Westermanns Monatsheften, in der Leipziger Illustrierten und Velhagen und Klasings Heften. Dass er ein Wassenberger sei, erfuhren wir erst, als wir in Wassenberg eine Heimatschau vorbereiteten. Das ist leider meist das Los aller Schaffenden, dass die Heimat sie nicht kennt. Und doch hat auch Leo Küppers ein unbewusstes Erbe seiner Heimat mit auf den Weg bekommen. Man rühmt Wassenberg nach, dass seine Beziehungen zu Holland in seinem ganzen Wesen ausgeprägt seien. Diese Vorliebe für das Holländische findet sich bei Leo Küppers auch, und sie ist durch zahlreiche Studienreisen nach Holland und durch das Studium holländischer Meister noch vertieft worden.
Das zeigt sich besonders in der Wahl seiner Motive, Amsterdam mit seinem Straßenleben, das Innere holländischer Bürgerhäuser mit den kühldämmerigen Dielen und den behaglichen Stuben, Spinnstuben und geschäftigen Frauen und die Gemächer der Gelehrten mit Truhen und Bücherborden. Und dazu in der dekorativen Art der Meister der klassischen Zeit Hollands, des Pieter de Hooch und des Jan Vermeer van Delft, die holländischen Trachten und blinkenden Hausrat. Bei Leo Küppers vermisst man gern die Stilhascherei der Modernen, er hat seine stille Liebe, der er treu bleibt. Seine Bilder erzählen in Behaglichkeit und Geruhsamkeit, bei ihm sind Form und Farbe noch in glücklicher Harmonie. Eine besondere Vorliebe hat er auch für scharf ausgeprägte, kluge Köpfe. Deshalb bringt er gern Gruppen am Schachbrett, klösterliche Bücherstuben mit studierenden Mönchen, Gelehrte in ihrer Stube, Kartenspieler und Politiker. Den Ernst solcher Gruppen mildert oft der köstlich feine Hauch, die zarte Spiegelung der Trinkgläser und Weinkrüge. Sein Bild „Die Schachspieler“ ist durch einen vorzüglichen Vierfarbendruck besonders bekannt geworden.
Ruhe und Besinnlichkeit spricht aus seinen Frauenbildnissen; Frauen, die lesen, Briefe schreiben, Laute spielen oder an buntscheibigen Fenstern über dem Getürm der Städte träumen. Auch darin blieb er seiner Heimat treu, dass seine Frauenbildnisse von zartem deutschem Duft umschwebt sind. Das berührt durchaus wohltuend gegenüber der Erotik mancher Moderner.
Echte Heimatkunst ist auch sein Bildentwurf: „Der Hunsrückschäfer“. Breit lagert sich das Dorf des Hunsrücks auf der fahlen, unwirtschaftlichen Hochfläche, an den Heidehängen weiden die Schafe. Aus dieser Landschaft wächst der Schäfer aus, alt und knorrig und ehrwürdig wie ein Baum. So erdverwachsen ist dieser Schäfer, gütig besorgt ist er um sein Lamm, das sich an den Dornen riss oder auf spitzen Steinen sich lahm lief.
Einiges aus Küppers Leben mag noch mitgeteilt sein: Mit 17 Jahren geht er zur Kunstgewerbeschule nach Düsseldorf mit der Absicht, Zeichenlehrer zu werden. In den Ferien arbeitet er als Kirchen- und Theatermaler in Düsseldorf, Dresden und Thüringen. Mit 21 Jahren besucht er die Akademie in Karlsruhe, danach die in München, um bei Prof. Feuerstein christliche Kunst zu studieren. Bis 1921 studiert er wieder in Düsseldorf als Schüler des Akademiedirektors Jansen, als einer der letzten Schüler des Prof. von Gebhardt, malt während seiner Ferien Kreuzwege und andere religiöse Bilder. Studienreisen führen ihn oft nach Belgien und Holland, wo ihn besonders das Reichsmuseum in Amsterdam und das Maurits-Haus in Den Haag anziehen. 1910 war er längere Zeit in Paris. 1912 erhält er bei einem Wettbewerb den großen Staatspreis. 1914 ist er wieder in Paris, wo ihn der Krieg überrascht. Auf Umwegen kommt er nach Düsseldorf und macht als Freiwilliger den Krieg mit. Nach dem Krieg führen ihn Studienreisen wieder nach Holland, Wien, Rom, Neapel, Venedig. Und alle die Eindrücke, die er auf diesen Reisen gewinnt, bleiben nicht ohne fördernden Einfluss auf seine Arbeiten. Jetzt ist er wieder in Düsseldorf ansässig.
Zurzeit, da dieser Kalender erscheint, soll im Museum in Heinsberg eine Ausstellung seiner Werke veranstaltet werden. Eines dieser Werke „Niederrheinische Spinnstube“ ist zum Ankauf für das Museum bestimmt, und wird hoffen, dass er bald auch in unserer Heimat ein dankbares Motiv für eine neue Arbeit findet.“

Das war 1930.


 

Im „Allgemeinen Lexikon der bildenden Künstler“ 1928 (Küppers ist 48 Jahre alt) ist folgender Eintrag zu finden:

„Küppers, Leo, Genremaler in Düsseldorf, *8.5.1880 Wassenberg (Rheinld), besuchte die Kunstakad. München, Düsseldorf und Karlsruhe, hielt sich eine Zeit lang in Paris auf. Malt in sauberer Technik Interieurs mit Figuren.
Ausst.-Kat. Düsseldorf 1920 ff.; Reprod. In Velhagen u. Klasings Monatsheften und Illustr. Zeitung (Leipzig), 159 Bd. (1922) 530; 160 Bd. (1923) 299.“

1934 finden in München und Düsseldorf Sonderausstellungen Düsseldorfer Maler statt. Unser Wassenberger Leo Küppers ist dabei. Eine Zeitung berichtet über diese Ausstellungen:

Ausstellung von Gemälden Düsseldorfer Künstler
„Im ehemaligen Folkwang-Museum haben Düsseldorfer Maler eine Sonderausstellung veranstaltet, die täglich geöffnet ist und bis zum 24. November einschließlich bestehen bleibt… .
…Auch Düsseldorf hat seine Tradition; die Entwicklung seiner Schule zeigt interessante Etappen genug, um mit anderen verglichen zu werden… .
… Die geographische Lage Düsseldorfs erklärt vieles und begünstigt naturgemäß den Austausch künstlerischer Ideen mit dem Auslande. Doch darum hat Düsseldorf seine Eigenart behalten, seinen tief germanischen Einschlag, der immer wieder hervorquillt im Suchen nach Ausdrucksmöglichkeiten, in der Hingabe an seelische Erlebnisse, in der Begeisterung für den Schönheitsbegriff. Wie bei den Münchnern ist auch in der Düsseldorfer Schule der gefundene Sinn für die Verjüngungsquelle der Natur das Leitmotiv, und darum sind ihre Ergebnisse Werke, die mit der ganzen Gemütstiefe des Volkes erfasst sind und so dem Volke wieder zugänglich werden.
Die Wertung der Gemälde lässt sich durch eine stark bewegte Kurve ausdrücken, in deren Kulminationspunkt die Werke von Professor Kiederich, Küppers, Rasenberger und Hermanns stehen… .
… Professor Küppers malt Figuren im Sinne der Düsseldorfer Zeit eines Knaus und Vautier, doch ohne den altmeisterlichen Kolorismus jener verflossenen Epoche. Er sucht Charakterfiguren, die er porträtähnlich auffasst, oder aber wie beim „Schiffsbauer“ und „Flötenspieler“, deren Tätigkeit den Menschen formt. Die Tätigkeit ist das Primäre dabei, und so entstehen aus der bloßen Figur bestimmte Typen, die in Farben nachempfunden sind. Der Zusammenklang der Töne ist eine unauffällige Betonung des inneren Gedankens. Im „Gemeinderat“ gruppiert der Künstler seine Typen zu einer Einheitshandlung von überzeugender Kraft. Er bleibt dabei aufrecht und verliert sich nicht in gespannten Zügen der Beratenden. Das „Mädchen am Fenster“ ist die Lösung des Lichtproblems, das aus einer Quelle strömt und in breiter Bahn das Erreichbare im Zimmer übergießt. Die Umgebung schildert die Lichtverbreitung und die Reflexwirkung.“

Leo Küppers kann man also gewichten mit Namen wie Achenbach, Knaus, und Vautier. Sehnsüchte, Hoffnungen und Illusionen einer Epoche im Umbruch sind in allen seinen Werken oft spiegelbildlich enthalten.

Nach dem Kriege 1945 wird es dann stiller um Leo Küppers. In Notzeiten wird Kunst relativ kleingeschrieben.
Die Nachkriegszeit mit ihrer rasanten Aufbauphase lässt ihn zurück, versinken, vergessen.
Weniger in der Kunstwelt von gestern als mehr noch in einer Geburts- und Heimatstadt Wassenberg.
Leo Küppers stirbt 1946.

 

Totenzettel


Der König der Ewigkeit rief am 12. Juli 1946
Nach einem arbeitsreichen Leben
Seinen getreuen Diener
Kunstmaler
Leo Küppers
Plötzlich und unerwartet in seinen
himmlischen Frieden.
Der Verstorbene war am 8. Mai 1880
Zu Wassenberg geboren und seit dem
24. September 1919 mit Klara, geb. Ollig
Verehelicht. Er besuchte die
Kunstakademien in Karlsruhe, München
und Düsseldorf und vertiefte
sein künstlerisches Schaffen durch
vielfache Studienreisen im In- und
Auslande. Schon in jungen Jahren
wurde er durch einen hohen Staats-
preis ausgezeichnet. Seine Werke
werden ihm ebenso sehr ein ehren-
volles Andenken sichern wie seine
biedere und vornehme Gesinnung.
Pax Christo in regno Dei.


 

Nicht allein Leo Küppers wird vergessen – Paffrath, der Düsseldorfer Kunstexperte schreibt in einem Aufsatz 1995:


Geblieben ist ein reichhaltiges Erbe, mit dem sich Journalisten und Kunsthistoriker, Sammler und Kunsthändler beschäftigt haben. 1979 wurde im Düsseldorfer Kunstmuseum die Malerschule erstmalig in einer breit angelegten retrospektiven Würdigung gezeigt. Einen Artikel zur Ausstellung in der Frankfurter Zeitung (20.6.1979) überschrieb E. Beaucamp danach mit dem Titel „Das versunkene Massiv“, womit gleichzeitig das jahrzehntelange Vergessen der Düsseldorfer Malerschule wie auch die Probleme einer neueren Zeit im Umgang mit den fremden Motiven mancher Werke angesprochen waren.
Für die literarischen Bildinhalte der romantischen Epoche fehlt uns auch heute oft noch der Schlüssel zum Verständnis. Sehr viel leichter gelingt uns der Zugang zu den Bildthemen, der Landschafts-, Stillleben- und Genremalerei, die seit ihrer Entstehung im Jahre 1830 im Mittelpunkt privater Sammelinteressen gestanden hatten.“

Im 50. Todesjahr von Leo Küppers, 1996, schließt ein Artikel von Frau Klimmek in der Heinsberger Zeitung:
„Leo Küppers war ein typisch niederrheinischer Maler, ein exponierter Vertreter der Düsseldorfer Schule, die heute wieder in hohen Ehren steht.“

In Wassenberg kann man mit Recht stolz auf Leo Küppers sein.

Auch für 2019 hat der Heimatverein wieder einen Kalender herausgegeben.
Die Kalenderbilder in diesem Jahr sind aufgrund des 900-jährigen Bestehens der Stiftskirche St. Georg Stadtansichten Wassenbergs mit der Kirche. Die Bilder sind von verschiedenen Malern und aus unterschiedlichen Zeiten.

Zum Preis von 15 € ist der Kalender ab sofort im Naturparktor am Pontorsonplatz, in der Media-Ecke an der Graf-Gerhard-Straße und an der Tintentanke an der Gladbacher Straße erhältlich.

Dauerausstellung Leo-Küppers-Haus Wassenberg

Roermonder Straße 5


Statt eines Vorworts Auszüge aus der Biographie zum Leben und Wirken des Wassenberger Kunstmalers


Leo Küppers
1880-1946


einschließlich einer historisch-kulturhistorischen Betrachtung von Dr. Leonard Küppers, dem Großneffen von Leo Küppers.

 Dauerausstellung Leo-Küppers-Haus Wassenberg

Geschäfts-, Fahrten- und Spendenkonto des Heimatvereins Wassenberg e.V.:  
Kreissparkasse Heinsberg ● IBAN DE03 3125 1220 0002 2043 60 ●  BIC WELADED1ERK