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Zu meiner Person:

Oliver Hermanns
Geb: 19.09.1970 in Heinsberg
Wohnhaft in Birgelen
Geschieden, ein Sohn
Beruf: Fleischer / Abteilungsleiter Fleisch bei der Kaisers-Tengelmann GmbH


Seit ich im Alter von zehn Jahren der, seinerzeit in Köln ausgestellten, weltberühmten Goldenen Totenmaske des ägyptischen Pharaos Tutanchamun gegenüberstand, faszinieren mich antike Objekte.
In meiner Schulzeit gehörten Erdkunde und Geschichte zu meinen Lieblingsfächern.
Als ich Ende der 1990er Jahre eine erste römische Münze käuflich erwarb und in meinen Händen hielt, sprang ein Funke über, dessen Feuer bis heute lodert.
Ich fing an, die in einem heimatkundlichen Buch beschriebenen Fundstellen
durch Begehungen ab zu suchen. Auf den Feldern zwischen Steinkirchen und Effeld las ich die ersten Scherben auf.
Kurz darauf suchte ich auch die Felder einer bekannten Fundstelle ab, und stellte fest, dass die hier gefundenen Scherben sich von ihrer Art und Konzentration von meinen bisherigen Funden deutlich unterschieden.
Mittlerweile gehörte ein einfaches Metallsuchgerät zu meiner Ausrüstung, sodass ich meine
ersten Metallfunde bergen konnte.
Da ich mir hinsichtlich der Datierung meiner Funde unsicher war, veröffentlichte ich sie
in einem fachbezogenen Internetforum. Dort wurde meine Vermutung bestätigt. Es handelte
sich überwiegend um römische Artefakte.
Mit dieser Gewissheit meldete ich die Fundstücke dem Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege / Außenstelle Wollersheim.
Dort traf ich auf freundliche Aufnahme meiner Funde.

Der damalige Leiter der Außenstelle, MA Paul Wagner, nahm sich Zeit mir alle Stücke zu erklären und zu datieren.


Mir ist es sehr wichtig, dass alle meine Funde wissenschaftlich ausgewertet werden und so ein kleines Mosaiksteinchen zu der Geschichte unserer Heimatstadt hinzugefügt wird.

 

 

Ein VICUS im Rurtal?

Als das römische Reich vor über 2000 Jahren begann, sich auszubreiten, kamen die Römer auch ins Rurtal.
Schnell wurden Straßen und Handelswege ausgebaut. Besonders Flußfurten waren wichtige Orte.
Diese Furten hatten eine strategische Bedeutung. Häufig wurden zu ihrer Kontrolle Wachtürme errichtet.
So wie hier, im heutigen Wassenberger Stadtgebiet, an dem Orsbecker Rurübergang.

Neuesten Indizien zufolge soll sich unweit dieser Furt ein römisches Straßendorf, ein sogenannter VICUS, befunden haben.Es werden mehrere Gebäude vermutet. Auch werden Bleiverarbeitung und Landwirtschaft angenommen.
Es wurden Scherben und Gefäßfragmente gefunden, die ihrer Größe nach zu schließen, auf eine gastronomisch ausgerichtete Küche hinweisen.
Was bedeuten würde, dass hier eine Taverne, eventuell mit Pferdewechselstation, die Reisenden beherbergte.
Ob der Ortsname ORSBECK, der die althochdeutschen Worte Ors = Roß und beck = Bach enthält, in diesem Zusammenhang steht, ist ungeklärt.

Die Funde lassen darauf schließen, dass die römische Blütezeit dieses Ortes etwa um 150 n. Chr. ihren Höhepunkt erreichte.

Die Furt und das vermutete Straßendorf lagen an einer Römerstrafle, die wahrscheinlich eine nicht unwichtige Nebenstrecke der Nord-Süd-Verbindung war.
Wie viele Soldaten, Händler und auch reiche Edelherren werden wohl diese Furt passiert haben?
Im 4-5 Jhrd. n. Chr. zogen die Römer aufgrund von Germaneneinfällen ab.
Das Römische Reich zerbrach.
Funde von Möbelverzierungen und Münzen lassen die These aufkommen, dass die Siedlung fluchtartig aufgegeben wurde. Die zurückgelassenen Gebäude wurden wahrscheinlich von den nun herrschenden Franken als Baustoff abgetragen.

Alle Artefakte wurden zwischen den Jahren 2000 bis 2010 als Lesefunde im Bereich um Orsbeck von mir geborgen.
Besonderen Dank gilt dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, Außenstelle Nideggen, für die freundliche Erklärung, Datierung und wissenschaftliche Erfassung der Stücke.

 

Pressestimmen

Schätze aus der Erde Wassenbergs (Rheinische Post vom 16.7.2015)

Römische Münze entfacht ein Feuer, das nicht mehr erlischt (Heinsberger Zeitung vom 21.7.2015)

Funde
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