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Sänger: Karl Lieck

Unser Aktionskreis Auenherz gewinnt den 1. Platz im Wettbewerb 'Kreisheimat-Preis des Kreises Heinsberg' am heutigen Morgen im Rahmen einer festlichen Feierstunde und einer Laudatio durch Herrn Landrat Pusch. Wir dürfen uns neben der tollen Auszeichnung über ein Preisgeld von 5.000,-€ freuen! Insgesamt waren 25 Bewerbungen im Rennen! Vielen herzlichen Dank an die Jury und herzlichen Glückwunsch auch an die Zweit- und Drittplatzierten! Wir sind absolut geflasht....🤩 Vielen lieben Dank auch an dieser Stelle unseren Freunden und Förderern - das ist auch euer Preis!

Ein Bunker am Marienbruch im Wassenberger Westen ist Zeugnis des Zweiten Weltkriegs. Experten haben dazu geforscht.

Von Willi Spichartz

Es war eine 40-köpfige, friedliche Gruppe, die sich zwischen Eichen, welkendem Farn, giftigen und ungiftigen Pilzen, Totholz und Dornenranken, die nach Jacken und Hosen griffen, im Wassenberger und Rosenthaler Wald bewegte, um letzte Zeugnisse der kriegerischen Truppen von vor 75 Jahren zu sehen. Oliver Hermanns, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins Wassenberg, und Markus Morgenweg aus Aachen, beide Experten für Militäranlagen des Zweiten Weltkriegs, führten zu Bunkern und „Feldmäßigen Stellungen“ im Stadtgebiet. „Westwall“ war das Stichwort für die beiden Wald- und Feldführer. Für den Wall hatte Nazi-Deutschland zwischen 1936 und 1939 allein rund 20.000 Beton-Bunker von Kleve bis zur Schweizer Grenze bei Basel bauen lassen. Zum Programm der historischen Wanderung gehörte ein teilzerstörter Bunker mit der Bezeichnung „Regelbau 10“, der am Marienbruch von Oliver Hermanns von den pflanzlichen Überwucherungen befreit werden musste, um ihn zeigen zu können. Ausgerüstet war der Bunker in der ansteigenden Rurterrasse, einer von 60 im Stadtgebiet, mit Unterkünften für rund 15 Soldaten, zwei Maschinengewehren und den Handfeuerwaffen für die Besatzung.

Als die Alliierten nach der Invasion im Juni 1944 in der Normandie sich im Herbst 1944 der Region näherten, wurde der Westwall als Teil der „Rurbefestigung“ aktiviert und durch die bei Rosenthal/Schaufenberg sichtbaren „Feldmäßigen Stellungen“ ergänzt, wie Markus Morgenweg erläuterte. Und die waren aus einem militärstrategisch fast skurrilen Grund notwendig geworden. Morgenweg: „Die Nazis hatten nach der Eroberung von Frankreich, Belgien und den Niederlanden die Ausrüstungen der Bunker ausgebaut, da der Westwall jetzt keine Grenzbefestigung mehr war. Durch den schnellen Vormarsch der Alliierten 1944 blieb den deutschen Streitkräften keine Zeit, die Ausrüstungen aus- und hier wieder einzubauen.“ Feldmäßig wurden dann schnell Stellungen aus „Erde und Holz“ geschaffen, von denen heute noch einige im Rosenthaler Wald zu erkennen sind, wobei die Stempel und Abdeckungen lange verfault sind. Erosion sowie Regenauswaschungen und Anschwemmungen von Erde mit Überwuchs lassen für Laien den Zweck der Erdwerke schwer sichtbar werden. Von den Betonbunkern und Feldstellungen geht nach Aussagen der Experten keinerlei Gefahr in Form von Munition oder Minen aus. Hermanns und Morgenweg haben die Örtlichkeiten seit Jahren gründlich untersucht und dokumentiert, Morgenweg hat seine Forschungen 2016 in einem Buch zusammengefasst.

Oliver Hermanns und Markus Morgenweg führten zu Bunkern und „Feldmäßigen Stellungen“ im Stadtgebiet. Foto: Willi Spichartz
Oliver Hermanns und Markus Morgenweg führten zu Bunkern und „Feldmäßigen Stellungen“ im Stadtgebiet. Foto: Willi Spichartz

Erkennbar sind im Rosenthaler Landschaftsschutzgebiet Artilleriestellungen als Rundlöcher, in denen unter anderem die Feldhaubitze 18, so gefundene Geschosshülsen, untergebracht waren, Laufgräben, aus denen die Soldaten beobachteten, Verbindungen schufen und schossen, sowie Panzer(abwehr)gräben in V-Form von drei Metern Tiefe, vier Metern Breite und 55 Grad steilen Winkeln, in denen die zig Tonnen schweren Fahr-Waffen steckenbleiben sollten. Gegraben wurden die „Feldmäßigen Stellungen“ im Bereich Wassenberg von 16-jährigen Jungen aus dem Bergischen Land unter Bombardements und Artilleriebeschuss.

INFO
Starke Befestigung entlang der Rur
Zeit Hatten die Alliierten vom Atlantik bis zur deutschen Grenze bei Aachen im September 1944 etwas mehr als drei Monate gebraucht, benötigten sie von dort bis Wassenberg bis zum 28. Februar 1945 – ein Zeichen für die starke Befestigung der Rur. In weiteren drei Tagen waren die Alliierten am Rhein.

Bunker Alle „Westwall“-Bunker waren auf Befehl Hitlers gesichert gegen Kampfgas – er war im Ersten Weltkrieg durch derartiges Gas verletzt worden.

Buch „Der Westwall im Raum Wassenberg“, Markus Morgenweg. Helios-Verlag Aachen, im Buchhandel für 29,90 Euro.


Quelle: RP vom 2. November 2019

Der Internetauftritt des Aktionskreis Auenherz ist online.

Aktionskreis Auenherz

Facebook-Gruppe (Auenherz - Aktionskreis Untere Ruraue)


 

Der Arbeitskreis Auenherz - Aktionskreis Untere Ruraue - ist eine Gruppierung von Mitgliedern des Heimatvereines, welche sich u.a. für den Schutz und Erhalt der schönen Auenlandschaft im Bereich der Unteren Rur engagiert. Im Vorfeld hatte man sich zum Beispiel dafür eingesetzt, dass der besonders schützenswerte Korridor entlang der Rur als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden konnte.

In seiner Vorstandssitzung am 31.10.2018 machten der Heimatverein Wassenberg e.V. und der Aktionskreis ihre Zusammenarbeit perfekt. Es wurde einstimmig beschlossen, dass der Aktionskreis ein selbständig agierender Arbeitskreis innerhalb des Heimatvereines ist. Ein kontinuierlicher Austausch wird gewährleistet.

Diesem Beschluss waren bereits seit 2015 etliche Zusammenkünfte vorausgegangen, diverse Vorbereitungen als auch öffentlichkeitswirksame Aktionen hatten stattgefunden. In der Vorstandssitzung am 27.06.2016 hatte Waltraud Kurth erstmals eine entsprechende Anfrage zur Unterstützung des Aktionskreises gestellt und hier bereits eine einstimmige Zusage erhalten. In einer nachfolgenden Sitzung sowie in der Klausurtagung im Frühjahr 2018 wurde weiter an der Umsetzung dieses Vorhabens gearbeitet.

Der Aktionskreis möchte sich nun weiterhin dafür einsetzen, dass eine auentypische Landschaft mit ihrer Artenvielfalt erhalten bleibt bzw. wiederhergestellt werden kann. Heimische Tiere, Vögel und Insekten sollen wieder genügend Unterschlupf und Nahrung finden, Gewässer und Böden in einen guten chemischen Zustand versetzt werden. Auch möchte man sich hier weiterhin bei der Gestaltung als Naherholungsgebiet beteiligen.

Als aktuelles Projekt steht die naturnahe Gestaltung einer Parzelle im Auenbereich von Ophoven auf dem Programm, welche dem Aktionskreis von Karl-Heinz Derichs zur Verfügung gestellt wurde. Weitere Flächen im Auenbereich wurden dem Aktionskreis bereits zugesagt - hierüber ist man sehr erfreut!

In Abstimmung mit der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Heinsberg werden hier in Kürze entsprechende Neuanpflanzungen mit heimischen Gehölzen und Gewächsen durchgeführt. Vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern aus der Bevölkerung und auch anderen Vereinen ist es zu verdanken, dass die vorbereitenden Arbeiten bereits erledigt werden konnten.

Neben der Einsaat von Wildblumen etc. werden hier Insektenhotels und Nistkästen ange- bracht. Später soll Kindern der Kindergärten der Stadt Wassenberg sowie Schülerinnen und Schülern der umliegenden Schulen Gelegenheit gegeben werden, sich aktiv an der Ent- wicklung der heimatlichen Natur zu beteiligen bzw. diese zu beobachten.

Vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen - verbunden mit dem Wunsch auf eine gute Zusammenarbeit!

Die Mitglieder des Arbeitskreises: Karl-Heinz Derichs, Beirat im Heimatverein; Christoph Hermanns, Sprecher der Gruppe; Roland Hermanns, Eric Hermanns, Herbert Biermanns, Marius Biermanns + Waltraud Kurth


 

Geschäfts-, Fahrten- und Spendenkonto des Heimatvereins Wassenberg e.V.:  
Kreissparkasse Heinsberg ● IBAN DE03 3125 1220 0002 2043 60 ●  BIC WELADED1ERK