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Sänger: Karl Lieck

Wassenbergs Heimatverein baut das Informationsangebot in der Altstadt aus. Wissenswertes an „Het Jaastes" angebracht.

Brachten die neue Info-Tafel an (v.l.): Walter Bienen, Ehepaar Lentz, Wolfgang Odenthal und Sepp Becker. Foto: Walter Brehl
Brachten die neue Info-Tafel an (v.l.): Walter Bienen, Ehepaar Lentz, Wolfgang Odenthal und Sepp Becker. Foto: Walter Brehl

Die Beschilderung von historisch bedeutenden Gebäuden im Altstadtbereich von Wassenberg ist durch den Heimatverein fortgeführt worden. Das Gebäude „Het Jaastes“ war demnach schon vor 1317 das „Gasthaus St. Nikolaus“, ein Hospital und Armenhaus für bedürftige Bürger. Im Jahr 1764 wurde das alte Gebäude jedoch abgebrochen. An gleicher Stelle wurde stattdessen ein geräumigeres, spitzgiebeliges Haus errichtet, das dort bis heute noch steht. Es befindet sich an der Kreuzung von Graf-Gerhard-Straße und Am Buir. Dort brachten Vorsitzender Walter Bienen, Ehepaar Lentz, Eigentümer Wolfgang Odenthal und Ehrenvorsitzender Sepp Becker jetzt eine neue Tafel an.

Die Abbildung auf der Tafel zeigt eine Zeichnung von August Lentz, dessen Sohn und Schwiegertochter bei der Enthüllung zugegen waren.
Die Abbildung auf der Tafel zeigt eine Zeichnung von August Lentz, dessen Sohn und Schwiegertochter bei der Enthüllung zugegen waren.

Die Maueranker im Giebel des Gebäudes erinnern noch heute an das Baujahr 1764. Die neue Infotafel erinnert nun darüber hinaus an die Geschichte in den Jahrhunderten zuvor, als an selber Stelle ein Armenhaus gestanden hatte.

Dazu heißt es: „In der früheren Zeit hat es eine Verbindung zwischen der Bruderschaft St. Jöres (St. Georg) und dem Armenhaus gegeben. Bürgermeister und Propst führten hier in der Regel die Aufsicht. Nahrungsmittel und Kleidung wurden an die Bedürftigen verteilt. Der Gasthausmeister, auch Armenhausmeister genannt, war eine Art Herbergsvater. Er kontrollierte das Leben im Haus und führte die Verteilungen der Spenden durch.“


Quelle: RP vom 4. September 2019

Von Angelika Hahn

Den regelmäßigen Spaziergang an der Rur, Bürgermeister Manfred Winkens aus Ophoven mag ihn nicht missen, ebenso sieht es Heimatvereins-Vorsitzender Walter Bienen. Die Auenlandschaft präge die Region. Auf besonders große Resonanz stieß im Spätsommer denn auch die Ausstellung über „Die Ruraue – im Blick der Maler und Fotografen“ im Wassenberger Bergfried. Daher entschloss sich der Heimatverein, eine Auswahl von Werken der Schau im Jahreskalender 2020 zu veröffentlichen. Die Redakteure des Kalenders, Vorsitzender Walter Bienen, Fotograf Hans-Josef Jansen und Küppers-Haus-Kurator/Sammler Walter Kurzweg haben eine Mischung aus aktuellen Arbeiten und Bildern verstorbener Chronisten der Wassenberger Landschaft zusammengestellt. So finden Heimatfreunde Fotos, Zeichnungen und Gemälde unterschiedlicher Stilistik vereint.

Walter Brehl und Walter Bienen vom Heimatverein präsentieren mit Bürgermeister Manfred Winkens und Fotograf Hans-Josef Jansen (v.l.) den neuen Kalender. Foto: Angelika Hahn
Walter Brehl und Walter Bienen vom Heimatverein präsentieren mit Bürgermeister Manfred Winkens und Fotograf Hans-Josef Jansen (v.l.) den neuen Kalender. Foto: Angelika Hahn

Das Titelbild „Blick ins Rurtal“ ist ein duftiges Aquarell des bekannten Lövenicher Künstlers Will Völker (1921-1998) von 1950. Aufgenommen wurden natürlich auch Gemälde und Grafiken des Wassenberger Künstlers Leo Küppers (1880-1946), dessen Geburtshaus heute als Galerie seiner Arbeiten geführt wird, und Paul Wollenweber (1920-1980), der in der Stadt auch als Architekt Spuren hinterließ. Jean Grothe (1865-1926) ist mit „Heuernte in der Aue“ aus dem Küppers-Haus und dem das Bürgermeisterbüro im Rathaus zierenden „Blick auf Wassenberg aus der Ruraue“ vertreten. Grothe und Küppers waren beide der bekannten Düsseldorfer Malerschule verbunden. Das Küppers-Gemälde „Treibjagd in der Aue“ hat die Stadt übrigens vor zwei Monaten erst fürs Küppers-Haus erworben.

Die Wolfhager Mühle in Karken-End zeigt ein Gemälde des verstorbenen früheren Kunstlehrers am Heinsberger Gymnasium, August Lentz. An ihn erinnert sich Bürgermeister Manfred Winkens noch gut: „Er war mein Kunstlehrer um 1960.“ Das 1947 gemalte Bild nannte Lentz „Kartoffelbild“, weil es kurz nach dem Krieg dafür statt Geld Kartoffeln gab. Heute hängt es in der Wolfhager Mühle. Zu den vertretenen heimischen Malern zählt noch der Arsbecker Hubert Plücken, der das stimmungsvolle Bild „Altarm der Rur bei Orsbeck“ beisteuert.

Die aktuelle Fotografie ist mit Landschaftsstudien von Eric Hermanns und Hans-Josef Jansen vertreten. Der Heinsberger, schon mehrfach bei Schauen im Bergfried vertreten, gehörte auch zum Redaktionsteam für den Bildkalender. Sein „Abendrot über verschneiter Ruraue bei Kempen“ prägt als fantastische Farb-Licht-Studie das Dezember-Blatt.

Der Kalender, in einer ersten Auflage von 100 Stück herausgegeben (Nachdruck möglich), ist für 15 Euro erhältlich in den Wassenberger Geschäften „Tintentake“/Oberstadt und Media Ecke/Graf-Gerhard-Straße sowie im Naturpark-Tor am Pontorsonplatz.

Quelle: RP vom 6. November 2019

Wassenberg gehört zu den ersten Städten deutschlandweit, die Stadtführungen über eine Augmented-Reality-App anbieten. Ritter Gerhard entführt ab November zurück ins Jahr 1420.

Von Kurt Lehmkuhl

Der virtuelle Ritter Gerhard ist Teil einer sogenannten Augmented-Reality-App, mit der Smartphone-Besitzer künftig Wissenswertes über historisch bedeutende Stätten in Wassenberg erfahren können. Annika Schmitz (v.l.), Walter Bienen, Walter Brehl, Ben Koch und Rainer Martin stellten das Angebot vor. Geschichtlich werden mit Ritter Gerhard für Wassenberg wichtige Adelsherrscher aufgegriffen. Foto: Renate Resch
Der virtuelle Ritter Gerhard ist Teil einer sogenannten Augmented-Reality-App, mit der Smartphone-Besitzer künftig Wissenswertes über historisch bedeutende Stätten in Wassenberg erfahren können. Annika Schmitz (v.l.), Walter Bienen, Walter Brehl, Ben Koch und Rainer Martin stellten das Angebot vor. Geschichtlich werden mit Ritter Gerhard für Wassenberg wichtige Adelsherrscher aufgegriffen. Foto: Renate Resch


Über einen neuen, wenn auch nur virtuellen Kollegen freut sich Walter Bienen, der für den Heimatverein durch die geschichtsträchtige Stadt Wassenberg führt: Ritter Gerhard bietet ab dem ersten Novemberwochenende Unterstützung bei den Bemühungen des Heimatvereins und der Stadt Wassenberg, Bürgern und Besuchern die Geschichte der Stadt näherzubringen. Ritter Gerhard führt die Interessierten zurück in das Wassenberg anno 1420.

Der virtuelle Ritter ist Teil einer sogenannten Augmented-Reality-App (AR). Mit dieser Applikation, die sich jeder Smartphone-Besitzer aus dem Internet auf sein Gerät laden kann, kann der Nutzer Wissenswertes über verschiedene historisch bedeutsame Stätten in Wassenberg erfahren. Am Beispiel der Burg machten Annika Schmitz, Geschäftsführerin der Kunst, Kultur und Heimatpflege Wassenberg gGmbH, und die Entwickler der Anwendung, Ben Koch und Rainer Martin von der Gesellschaft EXIT3D, bei der Präsentation des elektronischen Stadtführers deutlich, wie die Sache funktioniert: Über die App meldet der Nutzer sein Interesse an Informationen über die Burg an. Auf seinem Bildschirm erscheint nach der Eingabe eines Codes die Burg in der realen Zeit und nach einem Klick davor der virtuelle Ritter Gerhard. Rund 40 Sekunden lang berichtet er Wissenswertes über das Gemäuer und dessen Geschichte. „Das ist dann der Einstieg in die Historie“, erläuterte Annika Schmitz. „Wer mehr als diese Grundinformation haben möchte, kann sich dann bei einer Stadtführung mit mir oder einem Kollegen oder anhand der Literatur mehr Wissen holen“, ergänzte Bienen. Neben der Burg sind der Bergfried, das Rosstor und der Verlorenenturm auf diese Weise erlebbar.

Auf die Idee für diese Form der Informationsvermittlung ist Schmitz bei einem Besuch in Solingen gekommen, wo EXIT3D diese AR-Methode auf Schloss Burg zum ersten Mal anwandte. „Es ist spannend, Stadtgeschichte in kurzen Sequenzen zu präsentieren“, erkannte Schmitz. Schnell konnte sie die Stadt Wassenberg und den Heimatverein dafür gewinnen, sich an dem Projekt zu beteiligen. „Wassenberg ist somit eine der ersten Städte deutschlandweit, in der Augmented-Reality bei Führungen praktiziert wird“, sagte Koch. Mit der modernen digitalen Form könnten auch junge Leute eingebunden werden, die herkömmlichen Führungen eher zurückhaltend gegenüberstünden.

Mit dem Heimatverein wurden markante Gebäude ausgewählt, der Heimatverein lieferte die Texte, die von Koch und Martin in die für Ritter Gerhard passende Form gebracht wurden. „Jetzt sind wir alle gespannt, wie es laufen wird“, sagte Martin. Man werde Erfahrungen sammeln, vielleicht noch ein paar Änderungen vornehmen und möglicherweise die Zahl der Besuchsorte vergrößern. Immerhin gibt es zehn unterschiedliche Themenführungen mit 65 für Wassenberg wichtigen Punkten, wie Bienen meinte.

Das Datum anno 1420 ist nicht willkürlich gewählt. Seither gibt es den Bergfried Wassenberg, der im nächsten Jahr seinen 600. Geburtstag feiert, sagte Heimatvereinsmitglied Walter Brehl, die App mit der virtuellen Zeitreise sei im Vorgriff das erste Geschenk. Ob es bei dieser AR bleibt, ob sie erweitert wird oder es im nächsten Schritt sogar eine virtuelle Realität gibt, bei der Besucher durch das historische Wassenberg laufen, bleibt abzuwarten und ist auch eine Frage der Finanzen.


Quelle: RP vom 25. Oktober 2019


INFO
Zeitreise ist ab dem 2. November möglich
Projektstart Ab dem 2. November lädt Ritter Gerhard zur Zeitreise durch Wassenberg ein. Die Codes zur Aktivierung der Applikation „WassenbergAR“ sind an den jeweiligen Standorten oder unter www.wassenberg.de/anno1420 abrufbar. Zum Auftakt gibt es am 2. November ab 16 Uhr und am 3. November ab 14.30 Uhr Stadtführungen mit Halt an den vier AR-Stationen. Treffpunkt ist an Burg Wassenberg.

Projektkosten Die Kosten für das aktuelle Projekt von rund 7500 Euro konnten dank der Stadt, der gGmbH, des Heimatvereins und des Entgegenkommens der EXIT3D-Gesellschaft gestemmt werden.

Geschäfts-, Fahrten- und Spendenkonto des Heimatvereins Wassenberg e.V.:  
Kreissparkasse Heinsberg ● IBAN DE03 3125 1220 0002 2043 60 ●  BIC WELADED1ERK