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Wassenberg1420

 

Letztes sichtbares Zeichen jüdischen Lebens abgerissen

Haus Reis in Wassenberg schon seit langem baufällig. Schicksal des Gebäudes beginnt mit Jakob Hertz aus Gangelt.

Von Karin Klimmeck

Wassenberg. Mit dem schrittweisen Abbruch des Hauses Reis in der Brühlstraße geht das letzte sichtbare Zeichen jüdischen Lebens in Wassenberg zu Ende. Die behördliche Genehmigung wegen Baufälligkeit lag schon einige Zeit vor. Das Schicksal des Hauses Reis in Wassenberg beginnt mit Jakob Hertz aus Gangelt, der mit seiner Ehefrau Johanna Hertz, die aus Krefeld stammt, nach Wassenberg zog. 1881 hatten die beiden geheiratet. Sie wohnten in der Wassenberger Brühlstraße neben Josef Hertz, der später nach Gladbach übersiedelte. Die Söhne Max und Karl hatten eine Schwester namens Else, die spätere Mutter von Walter und Betty Reis. Der Vater Willi Reis stammte aus Frankfurt. Walter und Betty besuchten die evangelische Volksschule, damals in Wassenberg-Süd. Walter gelang noch im Frühjahr 1939 die Ausreise über Holland nach England und später nach Kanada. Hier verstarb er im Sommer vor zwei Jahren, seine Urne ruht im Grab seiner Großeltern auf dem jüdischen Friedhof in Wassenberg. Seine Frau Ellen hatte sie mit behördlicher Genehmigung im Flugzeug nach Wassenberg gebracht, um den letzten Wunsch ihres Mannes zu erfüllen. An seine Schwester erinnert der Name der „Betty-Reis-Gesamtschule“, die in ihrem Hauptgebäude und auf dem Gräberfeld in der ehemaligen Konzentrationsanlage Bergen-Belsen einen „geteilten“ Gedenkstein aufstellen ließ, der ein Stück lebendiges Erinnern bleiben wird.

Mit dem schrittweisen Abbruch des ehemaligen Wohnhauses der jüdischen Familie Reis wurde wegen Baufälligkeit mit behördlicher Genehmigung begonnen. Das Wohnhaus stammte aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Foto: Walter Brehl

Walter Reis und kürzlich noch einmal seine Witwe Ellen Reis aus Kanada besuchten des öfteren das Geburts- und Wohnhaus der Familie in der Brühlstraße. Max Hertz, der Onkel der beiden Reis-Kinder, verstarb im Alter von 101 Jahren an seinem Wohnort bei München. 

Karl Hertz, der Bruder und Onkel, kam schon früh in einem Konzentrationslager um. „Auf der Flucht erschossen“ lautete die lapidare Mitteilung an seine Familie. Willy und Else Reis, geb. Hertz, kamen im Konzentrationslager Auschwitz um. Eine sichtbare Erinnerung ist der Gedenkstein auf dem Judenfriedhof in der Roermonderstraße.

 

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