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Sänger: Karl Lieck

 

Im „Allgemeinen Lexikon der bildenden Künstler“ 1928 (Küppers ist 48 Jahre alt) ist folgender Eintrag zu finden:

„Küppers, Leo, Genremaler in Düsseldorf, *8.5.1880 Wassenberg (Rheinld), besuchte die Kunstakad. München, Düsseldorf und Karlsruhe, hielt sich eine Zeit lang in Paris auf. Malt in sauberer Technik Interieurs mit Figuren.
Ausst.-Kat. Düsseldorf 1920 ff.; Reprod. In Velhagen u. Klasings Monatsheften und Illustr. Zeitung (Leipzig), 159 Bd. (1922) 530; 160 Bd. (1923) 299.“

1934 finden in München und Düsseldorf Sonderausstellungen Düsseldorfer Maler statt. Unser Wassenberger Leo Küppers ist dabei. Eine Zeitung berichtet über diese Ausstellungen:

Ausstellung von Gemälden Düsseldorfer Künstler
„Im ehemaligen Folkwang-Museum haben Düsseldorfer Maler eine Sonderausstellung veranstaltet, die täglich geöffnet ist und bis zum 24. November einschließlich bestehen bleibt… .
…Auch Düsseldorf hat seine Tradition; die Entwicklung seiner Schule zeigt interessante Etappen genug, um mit anderen verglichen zu werden… .
… Die geographische Lage Düsseldorfs erklärt vieles und begünstigt naturgemäß den Austausch künstlerischer Ideen mit dem Auslande. Doch darum hat Düsseldorf seine Eigenart behalten, seinen tief germanischen Einschlag, der immer wieder hervorquillt im Suchen nach Ausdrucksmöglichkeiten, in der Hingabe an seelische Erlebnisse, in der Begeisterung für den Schönheitsbegriff. Wie bei den Münchnern ist auch in der Düsseldorfer Schule der gefundene Sinn für die Verjüngungsquelle der Natur das Leitmotiv, und darum sind ihre Ergebnisse Werke, die mit der ganzen Gemütstiefe des Volkes erfasst sind und so dem Volke wieder zugänglich werden.
Die Wertung der Gemälde lässt sich durch eine stark bewegte Kurve ausdrücken, in deren Kulminationspunkt die Werke von Professor Kiederich, Küppers, Rasenberger und Hermanns stehen… .
… Professor Küppers malt Figuren im Sinne der Düsseldorfer Zeit eines Knaus und Vautier, doch ohne den altmeisterlichen Kolorismus jener verflossenen Epoche. Er sucht Charakterfiguren, die er porträtähnlich auffasst, oder aber wie beim „Schiffsbauer“ und „Flötenspieler“, deren Tätigkeit den Menschen formt. Die Tätigkeit ist das Primäre dabei, und so entstehen aus der bloßen Figur bestimmte Typen, die in Farben nachempfunden sind. Der Zusammenklang der Töne ist eine unauffällige Betonung des inneren Gedankens. Im „Gemeinderat“ gruppiert der Künstler seine Typen zu einer Einheitshandlung von überzeugender Kraft. Er bleibt dabei aufrecht und verliert sich nicht in gespannten Zügen der Beratenden. Das „Mädchen am Fenster“ ist die Lösung des Lichtproblems, das aus einer Quelle strömt und in breiter Bahn das Erreichbare im Zimmer übergießt. Die Umgebung schildert die Lichtverbreitung und die Reflexwirkung.“

Leo Küppers kann man also gewichten mit Namen wie Achenbach, Knaus, und Vautier. Sehnsüchte, Hoffnungen und Illusionen einer Epoche im Umbruch sind in allen seinen Werken oft spiegelbildlich enthalten.

Nach dem Kriege 1945 wird es dann stiller um Leo Küppers. In Notzeiten wird Kunst relativ kleingeschrieben.
Die Nachkriegszeit mit ihrer rasanten Aufbauphase lässt ihn zurück, versinken, vergessen.
Weniger in der Kunstwelt von gestern als mehr noch in einer Geburts- und Heimatstadt Wassenberg.
Leo Küppers stirbt 1946.

 

Totenzettel


Der König der Ewigkeit rief am 12. Juli 1946
Nach einem arbeitsreichen Leben
Seinen getreuen Diener
Kunstmaler
Leo Küppers
Plötzlich und unerwartet in seinen
himmlischen Frieden.
Der Verstorbene war am 8. Mai 1880
Zu Wassenberg geboren und seit dem
24. September 1919 mit Klara, geb. Ollig
Verehelicht. Er besuchte die
Kunstakademien in Karlsruhe, München
und Düsseldorf und vertiefte
sein künstlerisches Schaffen durch
vielfache Studienreisen im In- und
Auslande. Schon in jungen Jahren
wurde er durch einen hohen Staats-
preis ausgezeichnet. Seine Werke
werden ihm ebenso sehr ein ehren-
volles Andenken sichern wie seine
biedere und vornehme Gesinnung.
Pax Christo in regno Dei.

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