Dezember 2017
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Sänger: Karl Lieck

Sehr geehrtes Mitglied des Heimatvereins,


traditionell blicken wir zum Jahresabschluss auf die Aktivitäten unseres Heimatvereins im ablaufenden Jahr zurück und geben gleichzeitig einige Hinweise auf das neue Programm 2018. Das Jahr 2017 war durch die Veranstaltungen zum 120-jährigen Bestehen unseres Vereins sehr arbeitsintensiv, erfolgreich und ereignisreich.

Schwerpunkt dieses Briefes soll der runde Geburtstag unseres Vereins sein, daher fasse ich den Rückblick etwas kürzer.

Die kulturhistorischen Spaziergänge, die Stadtführungen und Wanderungen, die vogel- kundliche Wanderung, die Radwanderungen, die Tagesfahrt nach Nijmegen und die Wanderfahrt zur Ordensburg Vogelsang fanden großes Interesse und eine gute Beteiligung. Die beiden Mehrtagesfahrten nach Hildesheim, Hannover, Braunschweig und Wolfenbüttel wurden für die Organisation und die Auswahl der Sehenswürdigkeiten sehr gelobt.
Auch die traditionelle Waldreinigungsaktion mit der KAB war ein voller Erfolg.
Eines großen Zuspruches erfreute sich auch der Bergfried während seiner Öffnungszeiten, genauso wie die darin gezeigten Ausstellungen und das Kaminkonzert. Das Leo-Küppers- Haus bereichert das Angebot in unserer Stadt und erfreut sich ebenfalls großen Zuspruchs.
Anlässlich unseres Festjahres fand der regionale Plattdütschovend in diesem Jahr in Wassenberg statt. Diese erfolgreiche Veranstaltung im Forum der Betty-Reis-Gesamtschule wurde von den Heimatvereinen aus Niederkrüchten, Elmpt, Wegberg, Beeck, Erkelenz und Wassenberg gemeinsam gestaltet.
Zum Festjahr wurden im Bergfried mehrere Ausstellungen gezeigt, die Wassenberg in den letzten 120 Jahren thematisierten. Schwerpunkte waren Gebäude, Straßen, die Außenorte, Wassenberg als Luftkurort, die Parkanlagen sowie die Gewerbe früher und heute.

Der Höhepunkt des Jahres 2017 war für uns die Feier zum 120-jährigen Bestehen des Heimatvereins. Eine Festschrift wurde erarbeitet und auf der Homepage veröffentlicht; sie stellt die Geschichte unseres Vereins und unsere aktuellen Aktivitäten dar.

Der Festakt am 4.11.2017 begann mit einem ökumenischen Gottesdienst unter der Leitung von Pfarrerin Sabine Frauenhoff und Propst Thomas Wieners. Die musikalische Gestaltung oblag dem Männergesangverein 1860 Wassenberg unter der Leitung von Wolfgang Beule.
Anschließend fand der Festakt im Forum der Betty-Reis-Gesamtschule statt. Besonders geschmückt wurde der Raum durch Plakate und Banner, die Silke Hugo vom Café Froschkönig zur Verfügung stellte.
In seiner Begrüßungsrede konnte Walter Bienen fast 400 Gäste begrüßen, neben unseren Mitgliedern kamen Persönlichkeiten aus Politik und Verwaltung, aus dem öffentlichen Leben, aus den Wassenberger Vereinen und aus den befreundeten Heimatvereinen. Der Quartettverein Myhl unter der Leitung von Hermann Kitschen gestaltete das musikalische Programm.
In ihren Ansprachen gingen die Redner auf unterschiedliche Aspekte ein. So stellte ich die Geschichte des Heimatvereins dar, Bürgermeister Manfred Winkens ging besonders auf die Bedeutung des Vereins für die Stadt Wassenberg in der jüngeren Vergangenheit und heute ein, während Landrat Stefan Pusch als Schirmherr den Wert von Heimatvereinen für das heutige Leben herausstellte.

Für besonderes Engagement wurden der Ehrenvorsitzende Karl-Heinz Geiser, Karin Klimmek in krankheitsbedingter Abwesenheit und Karl Lieck geehrt. Einem Vertreter der Familie Flesch wurde ebenfalls ein Blumenstrauß überreicht, denn diese alteingesessene Wassenberger Familie gehörte zu den Gründungsmitgliedern unseres Vereins.
Den krönenden Abschluss des Festaktes gestalteten Karl Lieck und Hilde Eraerds mit ihren Wassenberger Liedern.
Im Anschluss an diese gelungene Veranstaltung blieb bei Häppchen und Getränken – gereicht von KAB und Schüler/-innen der Betty-Reis-Gesamtschule - Zeit für Gespräche, aber auch für die Betrachtung der Bilderschau zum Thema „Wassenberg früher und heute“. Die Rückmeldungen bestätigen es: Ein rundum gelungenes Fest auf das wir mit Stolz und Freude zurückblicken.

Der Erfolg des Festjahres zeigt sich auch darin, dass wir ein weiteres unserer Ziele erreicht haben: 500 Mitglieder waren das Ziel, 514 sind es geworden!

An dieser Stelle möchte ich noch einmal Dank sagen für die geleistete Arbeit im Jahresprogramm unseres Vereins, für die Arbeit im Zusammenhang mit unserem Fest, für Spenden und Unterstützung.

Werfen wir einen Blick auf das nächste Jahr: Das Teilstück der Graf-Gerhard-Straße und eventuell auch die B221n könnten fertig werden. Die Kirche St. Georg feiert ihr 900-jähriges Bestehen und der Heimatverein wird sich an den Festlichkeiten am 30.9.2018 beteiligen.

Im nächsten Jahr finden wieder zwei Mehrtagesfahrten statt, allerdings anders als in den letzten Jahren. Die erste Fahrt im Mai dauert vier Tage und führt nach Trier, Luxemburg und Metz. Eine zweite Fahrt im September führt uns über fünf Tage in unsere französische Partnerstadt Pontorson und in interessante Städte in der Normandie und der Bretagne. Diese Fahrt ist mit Halbpension gebucht und wird vom Partnerschaftskomitee subventioniert.
Auch das Anmeldeverfahren ist für diese Fahrten anders als bisher: Es gibt jeweils einen Anmeldetag im Büro des Heimatvereins und danach die Möglichkeit, sich per Einzahlung anzumelden. Weitere Informationen zu diesen beiden Fahrten finden Sie in der Anlage zu diesem Schreiben. Wer darüber hinaus noch eine detailliertere Reisebeschreibung haben möchte, kann diese auf unserer Homepage abrufen. Alternativ dazu sind sie schriftlich in unserem Büro erhältlich.

In den vergangenen Jahren hat der Heimatverein immer einen Kalender herausgegeben. In diesem Jahr wird dies anlässlich des 50-jährigen Jubiläums vom Partnerschaftskomitee übernommen.

Gerne weise ich abschließend auf unsere Homepage hin, die interessant, informativ und reich bebildert einen Einblick in unsere Arbeit gibt und auf der auch unsere Festschrift veröffentlicht ist. Dafür gilt Peter Hermanns ein besonderer Dank.

Im Namen des Vorstandes wünsche ich Ihnen und Ihren Angehörigen ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute im Jahr 2018. Ich bin zuversichtlich, dass Sie in dem vielfältigen Angebot unseres Vereins zahlreiche Möglichkeiten finden werden sich aktiv einzubringen. Gerne sind Sie eingeladen, sich auch an den vielfach anfallenden Arbeiten zu beteiligen – sicher finden Sie einen Teilbereich, der Ihnen liegt. Melden Sie sich bei uns!

Mit freundlichen Grüßen

Sepp Becker

Wassenberg, im Dezember 2017

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Projekte vom Heimatverein

 

Historische Bilder von Wassenberg

 

Wassenberger Motive als Kunstwerke mit Painnt

 

Zeitsprung Wassenberg

 

 

Heimatverein feiert 120-jähriges Bestehen

Viele Aktivitäten bereichern das Leben in Wassenberg. Mehr als 500 Mitglieder. Festakt in der Betty-Reis-Schule, Festschrift im Netz. Von Johannes Bindels

Die vielfältigen Aktivitäten des Heimatvereins Wassenberg bereichern das städtische Leben. Mit einem Festakt wird der Heimatverein Wassenberg im Forum der Betty-Reis-Gesamtschule sein 120-jähriges Bestehen feiern. Der Vorstand gab dazu nun einige Informationen. Gleichzeitig gratulierte der Verein seinem 500. Mitglied Ute Breuer mit einem Präsent.

500. Mitglied des Heimatvereins ist Ute Breuer aus Birgelen. es gratulieren die Vorstandsmitglieder Agnes Basten (l.) und Waltraud Kurth (r.) Foto: jwb
500. Mitglied des Heimatvereins ist Ute Breuer aus Birgelen. es gratulieren die Vorstandsmitglieder Agnes Basten (l.) und Waltraud Kurth (r.) Foto: jwb

„Am 23. Oktober 1897 wurde der Heimatverein als ‚Verschönerungsverein von 58 Mitgliedern gegründet“, warf Vorsitzender Sepp Becker den Blick zurück auf die Anfänge des Vereins. Als Nr. 1 in der Mitgliederliste sei die „Mechanische Seidenweberei Krahnen & Gobbers“ verzeichnet, gefolgt von Oskar von Forckenbeck, dem Begründer des ersten Zeitungsmuseums der Welt in Aachen, verwies Becker auf diese und andere Informationen in einer umfangreiche Festschrift zum Jubiläum. Mit den Herren Krahnen und Gobbers, Oskar von Forckenbeck und dem jüdischen Kaufmann Max Heumann aus Maastricht wurden auch gleich im ersten Jahr Ehrenmitglieder ernannt.

Auch dass 871 Goldmark an Beiträgen und Spenden verzeichnet werden konnten, ist in der Festschrift zu lesen. „Die Festschrift wird nicht in gedruckter Auflage erscheinen, sondern wird komplett auf der Internetseite des Vereins zur Verfügung gestellt“, betonte Becker eine Besonderheit.

Aktuell habe der Heimatverein mehr als 500 Mitglieder. Mit einem Zuwachs von rund 70 neuen Mitgliedern im laufenden Jahr sei das selbstgesetzte Ziel im Jubiläumsjahr erreicht worden, erläuterte Waltraud Kurth, Geschäftsführerin des Heimatvereins, die Mitgliederentwicklung. Gemeinsam mit der Rechnungsführerin Agnes Basten beglückwünschten sie Ute Breuer aus Birgelen zur Mitgliedschaft als 500. Mitglied.

Beliebte Veranstaltungen

Zu den bekanntesten Aktivitäten des Vereins gehöre der Plattdeutschabend, der bereits zum 20. Mal und diesjährig als regionale Veranstaltung gemeinsam mit sechs anderen Heimatvereinen veranstaltet worden sei, sagte Walter Bienen, stellvertretender Vorsitzender. Die themenbezogenen Ausstellungen im Bergfried seien ebenso weitere Schwerpunkte der Vereinsarbeit wie die Stadtführungen, die neben Sepp Becker und Walter Bienen vom Heimatverein angeboten werden, ergänzt von den Führungen der Gästeführerin Therese Wasch vom Verein Westblicke. Mit insgesamt rund 2000 Führungen im Jahr sei diese Arbeit ein wichtiger Beitrag zur Tourismusförderung in Wassenberg.

Weitere Arbeitsschwerpunkte im Heimatverein sind die Wanderungen, die von Leo Stassny als Hauptwanderwart organisiert werden. Ebenso erfreuen sich großer Beliebtheit die Radwandertouren mit Randwanderwart Walter Brehl. „Jeden 1. Mittwochnachmittag im Monat – von Mai bis Oktober – nehmen zwischen 25 und 50 Mitfahrer teil. Die Touren gehen in die nähere und weitere Umgebung des Rur-, Maas- und Rheingebietes“, sagte Walter Brehl. Mit Mehrtagesfahrten, die bis zu viermal im Jahr stattfinden, werde dieser Arbeitsbereich abgerundet, ergänzte Waltraud Kurth.

Ein weiterer Arbeitskreis beschäftigt sich mit der geschichtlichen und archäologischen Aufarbeitung von Wassenbergs Historie. Neben der Präsentation in Ausstellungen sind Informationstafeln in der Stadt aufgestellt, die Auskunft zu geschichtlichen Ereignissen geben. Ein Großteil der Arbeitsergebnisse werde im Internet auf der Homepage des Vereins präsentiert, die vor allem von Peter Hermanns gepflegt werde, sagte Sepp Becker.

Zum Festakt seien Mitglieder, die befreundete Heimatvereine aus dem Kreis Heinsberg und Freunde aus dem Vereinsleben eingeladen, so Becker.

4. November: Gottesdienst, Festreden und Musik

Der Festakt zum 120-jährigen Bestehen des Heimatvereins Wassenberg findet am 4. November statt. Schon um 9.30 Uhr gibt es einen ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Kreuzkirche mit Pfarrerin Sabine Frauenhoff und Propst Thomas Wieners, der musikalisch vom Männergesangsverein Wassenberg gestaltet wird.

Um 10.30 Uhr beginnt der Festakt im Forum der Betty-Reis-Schule. Der stellvertretende Vorsitzende Walter Bienen wird die Gäste begrüßen. Einen Festvortrag zur Geschichte des Heimatvereins Wassenberg hält Vorsitzender Sepp Becker. Einen Festvortrag zum „Ehrenamt und die Bedeutung des Heimatvereins für die Stadt Wassenberg“ hält Bürgermeister Manfred Winkens.

Nach verschiedenen Ehrungen hält Landrat Stephan Pusch einen Festvortrag zum Thema „Heimat und der Wert der Heimatvereine für den Kreis Heinsberg“.

Musikalische Darbietungen kommen vom Quartettverein Myhl unter der Leitung von Hermann J. Kitschen. Zudem kommt das Wasseberch-Lied von und mit Karl Lieck und Hilde Eraerds am Akkordeon zur Aufführung.

Quelle: HVZ vom 11.10.2017

 


Heimatgeschichte hat eine Zukunft

Die Mitgliederzahl des Wassenberger Heimatvereins steigt, kürzlich wurde die 500 überschritten. Gespräch mit dem Vorsitzenden Sepp Becker über das Profil des Vereins, sich wandelnde Themen und Zukunftsaufgaben. Von Angelika Hahn

Heimat- und Geschichtsvereine haben eine wichtige Aufgabe in der sich rasant wandelnden Gesellschaft und eine Zukunft, sofern sie sich neuen Themen, Interessen und Bedürfnissen der Menschen öffnen. Und das tue der Wassenberger Heimatverein, der in diesem Jahr auf sein 120-jähriges Bestehen zurückblickt. Davon ist Vorsitzender Sepp Becker überzeugt.

Heimatgeschichte anschaulich gemacht: Die Spaziergänge zur Stadtgeschichte mit Sepp Becker (li.) - hier auf dem Waldfriedhof - sind ein beliebtes Angebot des Heimatvereins. FOTO: Laaser (archiv)
Heimatgeschichte anschaulich gemacht: Die Spaziergänge zur Stadtgeschichte mit Sepp Becker (li.) - hier auf dem Waldfriedhof - sind ein beliebtes Angebot des Heimatvereins. FOTO: Laaser (archiv)

Im Gespräch mit unserer Redaktion über die Rolle des Heimatvereins heute und in Zukunft, geht zunächst der Blick zurück in die Vereinsgeschichte, in der (wie berichtet) der damalige Verkehrs- und Verschönerungsverein noch ein anderes Selbstverständnis hatte. Eng angebunden an die Verwaltungsspitze des Ortes, deren Honoratioren auch den Kopf des Vereins bildeten, war dessen Aufgabe das Spendensammeln für die Ortsverschönerung in der Bürgerschaft, erläutert Sepp Becker. Das Selbstverständnis habe sich nach dem Krieg in den 50er Jahren mit dem Vorsitzenden Dr. Jakob Broich schrittweise verändert. "Mit dem Namenswechsel gewann der Verein mehr Eigenständigkeit. Er fühlte sich für die Bürger zuständig. Ein Programm mit Fahrten, Vorträgen, Unternehmungen entwickelte sich damals. Bürger wurden auf privater Ebene für den Verein aktiv - nicht mehr als verlängerter Arm der Kommunalverwaltung."

Jugend im Blick: Austauschschüler aus Guatemala hören am Weberdenkmal vom früheren Handwerk in der Stadt. FOTO: Laaser Jürgen
Jugend im Blick: Austauschschüler aus Guatemala hören am Weberdenkmal vom früheren Handwerk in der Stadt. FOTO: Laaser Jürgen

Vieles davon gilt bis heute - in variierter Form. So sieht sich der Heimatverein keineswegs losgelöst von der Stadtpolitik - aber natürlich nicht als deren "verlängerter Arm". Becker spricht von einer fruchtbaren Zusammenarbeit. "Es ist ein Geben und Nehmen. Wir regen vieles an, beteiligen uns aber dann auch an der Umsetzung mit ehrenamtlichem Engagement." Etwa an der aktuellen Nutzung des Bergfrieds durch Ausstellungen und die Anwesenheit von Mitgliedern bei der regelmäßigen Sonntagsöffnung. Der Verein bringt Ideen ein, stellt Anträge, hat wesentliche Impulse gesetzt für die von der Stadt dann umgesetzte Gestaltung des Burgbergs und des Bergfrieds. Die Gedenkstätte an der Stelle der früheren Synagoge wurde vom Heimatverein angeregt und mitkonzipiert, ebenso der beschilderte historische Stadtrundgang. Aktuell ist die neue Nutzung des Küppers-Hauses (Galerie und Domizil der Bücherkiste) ein Beispiel einer vom Heimatverein mit unterstützten Zusammenarbeit von Stadt und bürgerschaftlichem Ehrenamt.

"In den vergangenen Jahren sind die Aktivitäten des Vereins deutlich vielfältiger geworden", sagt Becker. Neu ausgeprägte Themenfelder etwa sind das jüdische Leben im früheren Wassenberg, dem sich ein eigener Arbeitskreis widmet, die Industrie und Arbeitswelt oder die Mundartpflege, deren Stellenwert bei vielen Mitgliedern die Beliebtheit der alljährlichen Mundartabende zeigt.

Historischer Rundweg: Sepp Becker, Agnes Basten und Walter Brehl (v.l.) vom Vorstand an der früheren Münze. FOTO: Laaser Jürgen
Historischer Rundweg: Sepp Becker, Agnes Basten und Walter Brehl (v.l.) vom Vorstand an der früheren Münze. FOTO: Laaser Jürgen

Vor allem aber Stadtführungen und Besichtigungen (auch historische Radwanderungen) erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Becker und sein engagierter Stellvertreter Walter Bienen bieten nicht nur Führungsreihen des Vereins an, sondern sind auch bewährte Ansprechpartner für Gästegruppen von außerhalb geworden. Becker begleitet zudem regelmäßig Kindergruppen aus Grundschulen und mittlerweile sogar Kindergärten auf Erlebnisreisen durch die Stadt. Er und seine Mitstreiter spüren: "Für Erwachsene wie für Kinder gilt: Im Gegensatz zu Vorträgen in geschlossenen Räumen, zieht Geschichte, die durch Erläuterungen am historischen Ort anschaulich und für viele erst lebendig wird."

Der mit einer Gedenktafel zur Geschichte jüdischer Familien in Wassenberg neu gestaltete Platz der ehemaligen Synagoge - eine Anregung des Heimatvereins. FOTO: Laaser Jürgen
Der mit einer Gedenktafel zur Geschichte jüdischer Familien in Wassenberg neu gestaltete Platz der ehemaligen Synagoge - eine Anregung des Heimatvereins. FOTO: Laaser Jürgen

Mit dem Stichwort Kinderführungen ist der Bogen in die Zukunft gespannt. Heimatvereine leben mit dem Vorurteil, mehr oder weniger Seniorenclubs zu sein. Was Sepp Becker, selbst 73 Jahre alt, nicht von der Hand weist. Knapp über 500 Mitglieder zählt seit Kurzem der stetig wachsende Wassenberger Heimatverein, das Gros freilich in der Altersgruppe ab 60. Becker: "Wir spüren, dass immer mehr Menschen heutzutage die Pflege ihrer Interessen - und dazu gehört auch die Heimatgeschichte - auf die Zeit nach der Berufs- und Familienphase verschieben. Die Änderung des Berufsalltags von Männern und Frauen mit langen Pendlerwegen lassen für Hobbys wenig Zeit. Daher stoßen viele neue Mitglieder im Ruhestand zu uns, die sagen ,Jetzt haben wir endlich Zeit dafür.' " Deshalb glaubt Becker nicht daran, dass der Verein "ausstirbt". Es gibt die nachwachsenden Interessierten, die Geschichte der Heimat für sich entdecken - Mitglieder von morgen, das spürt Becker bei seinen Führungen. Deshalb ist dem früheren stellvertretenden Leiter der Betty-Reis-Gesamtschule auch die Arbeit mit Kindern so wichtig. "Man muss früh Samen säen", sagt er. Und er erinnert sich an seinen alten Volksschullehrer, der bei ihm mit spannenden Geschichten und Sagen früh Interesse an der Heimatkunde weckte. Dies versucht Becker heute auch Lehrern in Stadtrundgängen zu vermitteln, zu denen alljährlich etwa die neuen Kolleg(inn)en an der Betty-Reis-Gesamtschule eingeladen sind. Dies entbinde die Heimatvereine freilich nicht davon, sich stetig weiterzubewegen: neue Themenfelder zu erspüren und digitale Vermittlungsformen auszubauen.

Mitgestalter des offenen Bergfrieds: Walter Bienen (re.) und Franz Thomassen 2014 mit Entwürfen der Panoramen für die Aussichtsplattform. FOTO: Laaser Jürgen
Mitgestalter des offenen Bergfrieds: Walter Bienen (re.) und Franz Thomassen 2014 mit Entwürfen der Panoramen für die Aussichtsplattform. FOTO: Laaser Jürgen

Feier zum Jubiläum am 4. November

Festakt
Der Heimatverein Wassenberg feiert sein 120-jähriges Bestehen am Samstag, 4. November. Der Tag beginnt mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Ev. Kreuzkirche, anschließend Festakt im Forum der Betty-Reis-Gesamtschule.

Ausstellung
Die Ausstellungsreihe im Bergfried zur Geschichte Wassenbergs aus Anlass des Jubiläums in diesem Jahr geht im Oktober weiter. Themenschwerpunkt der Fotos und Dokumente werden dann Industrie und Gewerbe sein.

Quelle: RP vom 20.9.2017

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Inhaltsverzeichnis

 

Seite 4 Grußwort des Schirmherrn Landrat Stephan Pusch

Seite 5 Grußwort des Herrn Bürgermeisters Manfred Winkens

Seite 6 Grußwort der Pfarrerin Frau Sabine Frauenhoff und des Propstes Herrn Thomas Wieners

Seite 7 Rückblick und Ausblick - des Vorsitzenden Herrn Sepp Becker

Seite 9 Geschichte der Stadt Wassenberg

Seite 11 120 – jähriges Bestehen des Heimatvereins Wassenberg

Seite 22 Leo – Küppers – Haus

Seite 23 Heimatliteratur

Seite 24 Schwerpunkte der Arbeit des Heimatvereins - Aktionsbereiche

Seite 24 Wandergruppe

Seite 26 Radwandergruppe

Seite 27 Wasseberjer Plattdütsch – Oavend

Seite 29 Arbeitskreise - Geschichte

Seite 30 Jüdisches Leben in Wassenberg

Seite 31 Natur / Baumbeschilderung

Seite 32 Sonstige Aktivitäten - Stadt- und Themenführungen

Seite 33 Bergfriedbetreuung

Seite 34 Vogelstimmenwanderung

Seite 36 Wenn einer eine Reise tut ...

Seite 38 Homepage

Seite 38 Denkmale

Seite 39 Reliefs

Seite 39 Hinweistafeln

Seite 39 Projekte / Aktuelle Schwerpunkte

Seite 40 Einladung zum Festakt

Seite 41 Festtagsprogramm

Seite 42 Wasseberch Lied von Karl Lieck

Seite 43 Dankeschön

Seite 43 Impressum

 

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Einladung

Wassenberg im Wandel von 120 Jahren

Der Heimatverein Wassenberg wird 120 Jahre alt. Vor dem Jubiläumsfest im Oktober startet er bereits mit einer Wechselausstellung zur Stadtgeschichte während dieser Zeit, die mehrfach mit anderen Themen erneuert wird. Von Philipp Schaffranek

Nein, das 120-Jährige ist noch nicht vollendet. "Das kommt noch", sagte Sepp Becker, Vorsitzender des Wassenberger Heimatvereins. Erst am 23. Oktober wird der Heimatverein 120 Jahre alt. Das Jubiläum rückt aber immer näher: Im gut besuchten Bergfried eröffnete der Heimatverein nun eine Ausstellung, die zeigt, wie sich Wassenberg seit Gründung des Vereins, damals noch als Verschönerungsverein, verändert hat.

"In diesen 120 Jahren ist unheimlich viel passiert. Viele Gebäude sind gebaut worden. Und: Wassenberg ist schöner geworden", sagt Becker. Der Heimatverein Wassenberg habe maßgeblich dazu beigetragen, dass die Stadt heute schöne Parkanlagen habe und Kurstadt gewesen sei.

Sepp Becker FOTO: Knappe (Archiv)
Sepp Becker FOTO: Knappe (Archiv)

Eigentlich war die Ausstellungseröffnung erst für Anfang September geplant. Doch dann wären die Räume des Bergfrieds über den Sommer hinweg leer geblieben. Kurzerhand zog der Heimatverein den Beginn der Jubiläumsausstellung vor. Bürgermeister Manfred Winkens freute sich, dass "wiedermal eine Ausstellungseröffnung im Bergfried" stattfand. Meist sei der Heimatverein Organisator und bringe so Leben in die Räumlichkeiten. Jetzt sei es der Heimatverein selbst, der ausstellt. "Immer ist etwas los hier, das haben wir dem Heimatverein zu verdanken", sagte Manfred Winkens.

Hinter der Ausstellung steckt ein besonderes Konzept. Sie dauert bis Anfang 2018 und soll bis dahin mehrfach das Thema wechseln. "So wollen wir immer wieder 120 Jahre Wassenberg zeigen", sagte Sepp Becker. Aktuell werden Straßen, Gebäude und Parkanlagen im Verlauf der vergangenen 120 Jahre gezeigt. Weitere Themenschwerpunkte sind das Gewerbe, die Kirchen und Wegekreuze, sowie Wassenberg zu Kriegszeiten. Der Blick richtet sich dabei nicht nur auf die Kernstadt, auch die Außenorte sollen gezeigt werden.

Besucher schauen sich im Wassenberger Bergfried historische Fotos aus den vergangenen 120 Jahren an. FOTO: RUTH KLAPPROTH
Besucher schauen sich im Wassenberger Bergfried historische Fotos aus den vergangenen 120 Jahren an. FOTO: RUTH KLAPPROTH

Die Bilder, die zurzeit ausgestellt sind, zeigen den alten Bahnhof um 1919. 61 Jahre später wurde er stillgelegt. Der Mühlenweiher von Birgelen im Jahr 1951 ist ebenfalls zu betrachten, wie eine Straßenszene an der Dorfpumpe in Luchtenberg im Jahr 1917. Weitere Fotografien und Zeichnungen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigen die Roermonder Straße mit der "Villa Nina" und der "Arzt-Villa" oder die Alte Hauptstraße (heute Graf-Gerhard-Straße) mit Maibaum, dem Gasthof Post, Jaates, dem Forckenbeck-Haus und "Alt Wassenberg". Die Schule in Effeld ist ebenfalls ausgestellt, wie auch die Wallfahrtskirche in Ophoven. Neuere Bilder zeigen den Wassenberger Bergfried, Küstersgarten, das Roßtor und die Burg prächtig illuminiert bei Nacht.

Auf eines wollte der Wassenberger Heimatverein ebenfalls nicht verzichten: Es gibt viele archäologische Funde, die zeigen, dass Wassenberg deutlich älter ist als 120 Jahre. In Vitrinen werden Scherben aus dem Mittelalter und aus römischen Zeiten ausgestellt. Aus dem 13. Jahrhundert stammt ein abgedrucktes Stadtsiegel.

Quelle: RP vom 18.7.2017

INFORMATIONEN
Jeden zweiten Sonntag geöffnet

Öffnungszeiten
Die Ausstellung über Wassenberg in den vergangenen 120 Jahren kann jeden zweiten Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr besucht werden. Mitglieder des Heimatvereins sind anwesend und geben Informationen zu den einzelnen Bildern.

Team
Erarbeitet haben die Ausstellung mehrere Mitglieder aus dem Arbeitskreis Geschichte des Heimatvereins: Johan Gielen, Hans-Josef Jansen, Bernd Serode, Oliver Hermanns, Peter Hermanns, Franz-Josef Breuer und Sepp Becker.


Bilder zeigen den Wandel Wassenbergs

Der Heimatverein präsentiert anlässlich seines 120-jährigen Bestehens eine Ausstellung, die sich immer wieder verändern soll.Von Nick Kaspers

Im Rahmen einer Reihe von Veranstaltungen hatte der Heimatverein Wassenberg zur Eröffnung einer Ausstellung anlässlich seines 120-jährigen Bestehens eingeladen. Dazu waren ebenfalls einige Ehrengäste eingeladen, allen voran Bürgermeister Manfred Winkens. Die Begrüßung der zahlreichen Gäste im Wassenberger Bergfried übernahm Winkens. Neben vielen Ehrengästen waren ebenfalls Vertreter der Heimatvereine Schafhausen, Niederkrüchten und Wegberg anwesend, um die Ausstellungseröffnung mitzuerleben.

Gewerbe, Kirchen, Krieg

„Der Heimatverein hat immer dafür gesorgt, dass Leben in den Bergfried kommt“, hob Bürgermeister Winkens hervor. Neben einer Optimierung des neu angelegten Lifts hofft auch er auf eine Neueröffnung des Restaurants in der Burg, da der Heimatverein eng mit dem neuen Besitzer zusammenarbeite. „Immer ist hier was los – das verdanken wir dem Heimatverein“, unterstrich Winkens abschließend.

Anschließend übernahm Sepp Becker, Vorsitzender des Heimatvereins, die Eröffnung. Er kündigte zunächst einige Veranstaltungen des Vereins an, die im Laufe des Jahres in einer Reihe bezüglich des 120-jährigen Bestehens stattfinden sollen. Dabei soll die Ausstellung stets geöffnet sein und sich mehrmals verändern, um weitere Themen wie Gewerbe, Kirchen und den Krieg in Wassenberg anzusprechen. Im Anschluss erklärte Sepp Becker die Geschichte Wassenbergs und des Vereins, der am 23. Oktober 1897 als „Verschönerungsverein“ gegründet worden war und sich mit den Schwerpunkten Brauchtum, Denkmal- und Naturschutz sowie der Geschichte Wassenbergs befasst. „Vor 120 Jahren gab es noch nicht die Oberstadt und den Bahnhof“, sagte Becker. Seitdem sei „unheimlich viel passiert“. „Wassenberg ist schöner geworden“, so Becker, woran der Heimatverein maßgeblich beteiligt sei.

Die Bilder der Ausstellung befassen sich mit dem Wandel Wassenbergs in den vergangenen 120 Jahren und sprechen dabei viele verschiedene Perspektiven an. Die gesamte Ausstellung sei dabei vor allem durch den Arbeitskreis „Geschichte“ des Vereins entstanden, so Sepp Becker. Namentlich hob er hierbei die Arbeit von Johan Gielen, Hans Josef Jansen, Bernd Serode, Oliver Hermanns und Peter Hermanns hervor, die sich nicht nur um die Ausstellung, sondern auch um die Homepage und die Wegzeichen gekümmert haben. „Ich bin froh, solche Leute zu haben“, sagte er. Zusätzlich erwähnte er, dass die sich über zwei Etagen erstreckende Ausstellung noch durch das Buch Franz Josef Breuers ergänzt werden soll.

Viel Engagement in die Vorbereitung der Ausstellung gesteckt: Der Vorsitzende Sepp Becker (Mitte) bedankt sich beim Arbeitskreis „Geschichte“, bestehend aus Peter Hermanns, Hans Josef Jansen, Oliver Hermanns, Johan Gielen und Bernd Serode. Foto: Nick Kaspers
Viel Engagement in die Vorbereitung der Ausstellung gesteckt: Der Vorsitzende Sepp Becker (Mitte) bedankt sich beim Arbeitskreis „Geschichte“, bestehend aus Peter Hermanns, Hans Josef Jansen, Oliver Hermanns, Johan Gielen und Bernd Serode. Foto: Nick Kaspers

Auch Hans Josef Heuter, Geschäftsführer des Heimatvereins Schafhausen, lobte den Wassenberger Heimatverein sowie dessen „gute Zusammenarbeit“. Er wolle die Heimatvereine des Kreises Heinsberg „kompatibel machen“ sowie dessen Archive „hervorheben und für jeden transparent machen“, da sie sonst oft verschwinden würden.

Nach der Eröffnung hatten die Besucher noch reichlich Zeit, sich die Bilder, den Bilder-Film und die römischen Funde anzusehen. Dabei standen die Vertreter des Heimatvereins für alle Fragen offen.

HVZ vom 19.7.2017

 


Impressionen von der Ausstellung

Fotos: BeSe


Einladung

Becker: „Wir sind die Perle des Rurtals“

Ausstellung im Bergfried zeigt Exponate zur Geschichte des „Luftkurortes Wassenberg“ und der „Gewerbe in Wassenberg“. Von Johannes Bindels

Die Stadt Wassenberg und der Heimatverein Wassenberg ziehen an einem Strang – wenn es um die Steigerung der Attraktivität der Lebensqualität in der Stadt geht. Bürgermeister Manfred Winkens (CDU) und der Vorsitzende des Heimatvereins Wassenberg, Sepp Becker, eröffneten eine interessante Ausstellung im Bergfried zur Geschichte des „Luftkurortes Wassenberg“ und der „Gewerbe in Wassenberg“.

Volkszeitung aus dem Jahr 1901

„Wassenberg war damals schon schön“, lautete einer der einleitenden Sätze von Sepp Becker. Und in diesem Satz ist intendiert, dass es auch heute noch so sei. Seit 120 Jahren besteht der Heimatverein, 1897 gegründet von Bürgern, unter ihnen eine Reihe von Gewerbetreibenden und ansässigen Unternehmern. Zunächst agierte der Verein als „Stadt-Verschönerungsverein“, aus dem sich dann über den „Verkehrs- und Verschönerungsverein“ der Heimatverein mit seinen geschichtlichen Bezügen entwickelte.

Auf einer Infotafel wird aus der Ausgabe 59, Jahrgang 1901, der Heinsberger Volkszeitung zitiert: Wassenberg wird statistisch aufgelistet mit 1050 Einwohner, unter anderem mit einer mechanischen Seidenweberei mit 350 Arbeitern, drei Ziegeleien mit einem Ringofen und 60 Mitarbeitern, einem Forstkulturbetrieb mit 24 Mitarbeitern, acht bedeutenden Viehhandlungen und als Luftkurort mit Fremdenbesuchen von rund 12 000 Gästen pro Jahr.

Der Anspruch, eine schöne Stadt zu sein, sei mit der Absicht verbunden gewesen, damit zu werben, betonte Becker. Wenn ein Ort attraktive Plätze und Parkanlagen vorweisen konnte, dann durfte er sich „Luftkurort“ nennen, erläuterte Becker in seiner Einführung. Gemalte Ansichten der Stadt von Jean Grothe, der zur Düsseldorfer Schule gehörte, einer Gruppe von Malern, die im 19. Jahrhundert an der Düsseldorfer Kunstakademie ausgebildet worden war, wurden als kolorierte Postkarten vertrieben, informierte Becker. Vergrößerungen dieser vor dem ersten Weltkrieg entstandenen Postkarten sind Bestandteil der Ausstellung. „Kolorierte Postkarten waren damals eine Seltenheit“, stellte der Vorsitzende heraus. Was früher schön war, sei auch heute noch schön, lautete das Fazit von Sepp Becker. Er fasste seine Einschätzung in dem Slogan zusammen: „Wir sind die Perle des Rurtals“.

Manfred Winkens (l.) und Sepp Becker im Gespräch über das Werbemittel „kolorierte Postkarten“ aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg zum Thema „Luftkurort Wassenberg“ im Bergfried.
Manfred Winkens (l.) und Sepp Becker im Gespräch über das Werbemittel „kolorierte Postkarten“ aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg zum Thema „Luftkurort Wassenberg“ im Bergfried.

Weiterer Schwerpunkt

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellungsschau im Rahmen des 120-jährigen Bestehens des Heimatvereins ist dem Thema „Gewerbe in Wassenberg“ gewidmet. Von der Seidenweberei Krahnen & Gobbers über die Bong‘schen Mahlwerke Rosenthal, Familienunternehmen wie Wwe. Jakob Flesch (Kinotheater-Betreiber), Heinrich Essers Seidenweberei bis hin zu den heutigen Wassenberger Werkstätten und der Rollendruckerei Kraft-Schlötels schlug Sepp Becker einen Bogen mit den exemplarisch benannten Firmen und erwähnte die wechselvolle Geschichte dieser Unternehmen in den vergangenen 120 Jahren. Auf zwei Etagen im Bergfried waren zu diesem Themenschwerpunkt Fotografien ausgestellt. Auf Stellwänden ausgestellt hatte Heimatforscher Franz-Josef Breuer Fotos und Texte zu den Bong‘schen Mahlwerken Rosenthal.

Interessante Details: Heimatforscher und Ehrenbürger Franz-Josef Breuer erläutert anhand seiner umfangreichen Foto- und Textsammlung die geschichtliche Entwicklung von Unternehmen wie den Bong‘schen Mahlwerken Rosenthal. Fotos: Johannes Bindels
Interessante Details: Heimatforscher und Ehrenbürger Franz-Josef Breuer erläutert anhand seiner umfangreichen Foto- und Textsammlung die geschichtliche Entwicklung von Unternehmen wie den Bong‘schen Mahlwerken Rosenthal. Fotos: Johannes Bindels

Auf den drei Etagen der Ausstellung machten sich viele Besucher vertraut mit bekannten und unbekannten Fakten und kamen miteinander ins Gespräch. Zuvor hatte Winkens allen Beteiligten für das große Engagement und ihren Einsatz im Namen der Verwaltung und des Rates gedankt.

HVZ vom 10.10.2017


 

Die Hüter der Luftkurort-Historie

Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Kreuzkirche und einem Festakt in der Betty-Reis-Gesamtschule feiert der Heimatverein Wassenberg am 4. November sein 120-jähriges Bestehen. Ursprung war der Verschönerungsverein 1897. Von Gabi Laue

Die Honoratioren der Stadt im Verschönerungsverein müssen ab 1897 gute Grundlagen gelegt haben: "Wir wussten ja gar nicht, wie schön Wassenberg ist", loben auswärtige Besucher heute oft bei den Stadtführungen. Um Attraktivität und Historie kümmert sich der Heimatverein Wassenberg, der am 4. November Jubiläum feiert.

Aktuell hat der Wassenberger Heimatvereine eine Ausstellung im Bergfried eröffnet, deren Kern sie sowohl historischen als auch aktuellen Themen
Aktuell hat der Wassenberger Heimatvereine eine Ausstellung im Bergfried eröffnet, deren Kern sie sowohl historischen als auch aktuellen Themen "Luftkurort" und "Gewerbe in Wassenberg" bilden den. FOTO: Jürgen Laaser

Die Geschichte des Heimatvereins und sein Festprogramm zum 120-Jährigen stellte der Vorstand im Rathaus vor. Drei Veranstaltungen hat es bereits im Vorfeld gegeben, darunter ein regionaler Plattdütsch-Abend mit sechs Vereinen - die Mundartreihe wird fortgesetzt. 1897 hoben Honoratioren der Stadt, Gastronomen, Geschäftsleute und Notare den Verschönerungsverein aus der Taufe. An das Ziel erinnerte Vorsitzender Sepp Becker: "Wassenberg wollte Luftkurort werden, damals ein Titel, der nicht genehmigt werden musste." Postkarten nach 1900 trugen die Bezeichnung schon, offiziell wurde der Titel im Jahr 1935 zuerkannt. "Damals gab es die Trinkerheilanstalt für Frauen, die erste in Deutschland", erzählte Becker. Es gab eine Kurhalle und ein Theater, bis 1960 verwendeten Unternehmen einen Freistempler "Kur- und Seidenstadt". Bald wurde der Vereinsname erweitert auf Verschönerungs- und Verkehrsverein, denn mit der Bahn kamen nun mehr Gäste. Nach dem Zweiten Weltkrieg war's allerdings vorbei mit Ruhe und Besinnlichkeit, der RAF-Fliegerhorst Wildenrath brachte gehörig Lärm über die Stadt. Sepp Becker und Walter Bienen, die beiden Stadtführer, hören aber bis heute Geschichten, wie Mönchengladbacher Familien nach Wassenberg zur Sommerfrische reisten: "Sonntags fuhren wir mit den Eltern immer nach Wassenberg in den Wald."

Als 500. Mitglied des Heimatvereins Wassenberg begrüßten Rechnungsführerin Agnes Basten (l.) und Geschäftsführerin Waltraud Kurth (r.) Ute Breuer aus Birgelen - mit
Als 500. Mitglied des Heimatvereins Wassenberg begrüßten Rechnungsführerin Agnes Basten (l.) und Geschäftsführerin Waltraud Kurth (r.) Ute Breuer aus Birgelen - mit "Roerdaler Dubbel"-Bier und Koffie-Likör. FOTO: GABI LAUE

Heimatverein und Stadtverwaltung arbeiten seit Jahrzehnten Hand in Hand. Internationalität brachte der Deutsch-Englische Club, heute werden rege Kontakte zur Heemkundeverenigung Roerstreek gepflegt. 60 bis 70 neue Mitglieder pro Jahr verzeichnet Rechnungsführerin Waltraud Kurth. Als 500. Mitglied wurde Ute Breuer aus Birgelen aufgenommen, kurz vor dem Jubiläum sind es schon 510. Für Kurth "Wertschätzung für die Angebote, die wir unseren Mitgliedern anbieten". Das sind Platt-Abende mit Walter Bienen und Wanderungen mit Hauptwanderwart Leo Stassny, Stadtführungen und Kulturhistorische Spaziergänge (über 2000 Gäste, steigende Nachfrage, mit Becker, Bienen und Therese Wasch), Radwanderungen mit Walter Brehl (seit 2004 um die 80 Touren in alle Himmelsrichtungen) und Ausstellungen im Bergfried (aktuell mit Bildern aus dem "Luftkurort" aus Parkanlagen und Gewerbe). Buchprojekte sind in Planung: Eines über das Marienhaus kündigte Bienen für das nächste Jahr an. "Dann wollen wir zusammentragen, was in der Literatur über das Judenbruch überliefert ist." Nachwuchs ist in der Archäologie-AG und bei der Homepage-Pflege aktiv. Eine Festschrift zum Jubiläum wird nicht als Heft, wohl aber im Internet verfügbar sein (www.heimatverein-wassenberg.de).

Quelle: RP vom 12.10.2017

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