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Kategorie: Arbeitskreise
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Der aufmerksame Bürger in Wassenberg konnte in den letzten Tagen feststellen, dass mit Schließung der Baulücke an der Graf-Gerhard Straße auch die Arbeiten zur Herrichtung des Synagogenplatzes fortschreiten.

Ausführungsplan zur Gestaltung des Synagogenplatzes

Baufortschritte an Synagogengasse (Rheinische Post vom 10.8.2015)

Aufnahme vom 18.11.2015

Abschluss der Synagogenplatz-Gestaltung. Im Vordergrund links steht der gepflanzte Ahornbaum. Im Hintergrund die evangelische Hofkirche.

Foto: BeSe
Foto: BeSe

Aufnahmen vom 8.11.2015

Foto: BeSe
Foto: BeSe
Foto: BeSe
Foto: BeSe

Aufnahmen vom 20.10.2015

Foto: BeSe
Foto: BeSe
Foto: BeSe
Foto: BeSe

 

Aufnahmen vom 24.9.2015

Foto: BeSe
Foto: BeSe
Foto: BeSe
Foto: BeSe
Foto: BeSe
Foto: BeSe
Foto: BeSe
Foto: BeSe

Aufnahmen vom 16.9.2015

Foto: BeSe
Foto: BeSe
Foto: BeSe
Foto: BeSe


 

Aufnahmen vom 23.7.2015

Foto: BeSe

 

Foto: BeSe

 

Foto: BeSe

 

Foto: BeSe

 

Foto: BeSe

 

Aufnahmen vom 27.6.2015

Foto: BeSe

 

Foto: BeSe

 

Foto: BeSe

 

Foto: BeSe

Synogen-Pogrom

 

 

Synagoge

Quellennachweis:

Die Abbildung der kleinen Wassenberger Synagoge entstand auf Anregung des Heimatvereins. Alte Wassenberger haben ihre Erinnerung an die Synagoge zusammengetragen und die Wassenberger Künstlerin Maria Brosch hat aufgrund dieser Informationen die Synagoge gemalt. Erschienen im Buch „Wassenberg Innenstadt 1897 – 1945“ von Jakob Wolters im Jahre 2009 (s. hierzu Vorwort Sepp Becker).

 

Standort der Synagoge und der Hofkirche
Standort der Synagoge und der Hofkirche

 

Aufnahme vom 9.8.2005

Syngogenplatz
Foto: BeSe

 

 

Neue Erkenntnisse über Synagogengasse

Von: Karin Klimmeck, Heinsberger Zeitung vom 5.9.2006

Hanns Heidemanns und Heribert Cremers untersuchen „Die Flurnamen nach dem Urkataster des Stadtgebietes Wassenberg“

Die Freilegung der Synagogen-Fundamente in der Synagogengasse durch Beauftragte des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege im „großen Loch“ des von Bergschäden besonders hart bedrängten historischen Stadtkerns unterhalb des Burgberges im Sommer 2004 veranlasste Generalapotheker a.D. Hanns Heidemanns und Heribert Cremers, sich bei ihren Untersuchungen über Flurnamen und Eigentümerverhältnissen anhand der Katasterakten speziell auch mit diesem Bereich „unterhalb des Burgberges“ eingehend zu befassen. Dabei entdeckten sie in den Unterlagen des Katasteramtes, dass die Zuordnungen „evangelische Gemeinde und Standort Synagoge“ andere Besitzerverhältnisse dokumentierten als bisher angenommen. Bisher war die Aussage von Professor Dr. Heribert Heinrichs in dessen „Wassenberg-Buch“ von 1887 bekannt, wonach das Grundstück für den Synagogenbau in 1838 auf der linken Seite der Gasse von Alexander Packenius, dem Besitzer der Burg und des Burgberges, der jüdischen Gemeinde geschenkt worden sei. Die Dokumente des Katasteramtes weisen aber laut Heidemanns und Cremers aus, dass ein Besitzerwechsel des besagten Grundstückes von der evangelischen Gemeinde zu Alexander Heumann erfolgt sein muss. Besagter Heumann ist später als Besitzer des straßenseitigen Grundstücks (Eingang zur Synagogengasse) benannt und bekannt, in dem die Familie Heumann ein Textilfachgeschäft bis nach dem Ersten Weltkrieg betrieben hat. Eingehende Nachforschungen in den Archiven der evangelischen Gemeinde Wassenberg und des Kirchenamtes Jülich wiesen aber keinerlei Eintragungen über Besitzerwechsel der Gemeinde an Alexander Heumann bzw. die jüdische Gemeinde aus. Es drängt sich bei den Nachforschungen für Heidemanns und Cremers die Vermutung auf, dass das links der Gasse gelegene Grundstück der evangelischen Gemeinde ebenfalls der jüdischen Gemeinde (über ihren Vorsitzenden Alexander Heumann) geschenkt worden sein könnte. Die benachbarte „Hofkirche“ war in den Zeiten der Bedrängnis nur eine schlichte Scheune („zwischen den Höfen“ versteck gelegen) mit einem angebauten, sehr bescheidenen Schulhaus schon im frühen 17. Jahrhundert.

Die Synagoge von 1838 wurde genau 100 Jahre später von den Nazis niedergebrannt. Die kleine Erinnerung in einer Umfassungsmauer wurde bei einer Innenstadtsanierung 1988 kenntlich gemacht und mit einer Erinnerungstafel versehen.

Hanns Heidemanns und Heribert Cremers Publikation „Die Flurnamen nach dem Urkataster des Stadtgebietes Wassenberg“ kann im Rathaus Wassenberg eingesehen werden.

Ausgrabung der Fundamente der ehemaligen Synagoge
Ausgrabung der Fundamente der ehemaligen Synagoge am Fuße des Burgberges durch Geologen und Archäologen des Rheinischen Amtes für Denkmalschutz. Foto: Karin Klimmeck

 

Würdige Gedenkstätte wird gewünscht

Für die ehemalige Wassenberger Synagoge. Stadtbild an Roermonder Straße in dem Bereich ungeordnet. „Loch“ klafft.

Von: Karin Klimmeck, Heinsberger Zeitung vom 9.11.2010

Der 72. Jahrestag der Reichspogromnacht gibt Anlass, an die kleine Wassenberger Synagoge unterhalb des Burgbergs an der Synagogengasse zu erinnern.

Das Gebäude wurde am Morgen des 10. November 1938 zerstört. An das protestierende Geschrei zu Hilfe eilender Wassenberger konnten sich Zeitzeugen später noch lange mit Grausen erinnern. Ein Todesfall war zu beklagen: Ein Anwohner kam unter einen Pkw, und der bittere Ruf des Wassenbergers Max Graab bleibt unvergessen, der die Schandtat mutig und anklagend bezeichnete.

Der Bau der kleinen Synagoge war erst 1838 möglich geworden nach einer Stiftung des Geländes durch den Burgbesitzer und Bürgermeister Alexander Packenius, den Schwiegervater von Oskar von Forckenbeck, der das Judenbruch zum Erholungswald ausbauen ließ. Die Wassenberger Juden waren keine begüterten Familien, sondern ehrbare kleine Kaufleute und Hutmacherinnen, die keinem Menschen je etwas zu Leide getan haben.

Gedenktafel in der Einfriedungsmauer
Ein farblich abgesetzter Mauerstreifen und eine Gedenktafel in der Einfriedungsmauer längs der Synagogengasse erinnern an das 1938 niedergebrannte Gotteshaus. Foto: Brehl

An die Synagoge gegenüber der Nordseite der evangelischen Hofkirche erinnert ein schmaler Streifen helleren Ziegelmauerwerks zusammen mit dem eingemauerten Gehänge der früheren Eingangstür. Daneben wurde vom Heimatverein Wassenberg eine Gedenktafel angebracht. Dies war erst möglich nach einem Besitzerwechsel des Gartengrundstücks auf der gegenüberliegenden Seite der Roermonder Straße. Die dortige große Gebäudezeile wurde nach Erwerb durch den Eschweiler Bergwerksverein (EBV) vor etwa fünf bis sechs Jahren abgerissen. Nach Grabungen durch die Rheinische Denkmalpflege traten die Fundamente der ehemaligen Synagoge auf dieser Seite der Ziegelsteinmauer zu Tage. Der Heimatverein stellte vor etwa fünf Jahren einen Antrag an die Stadt Wassenberg, den kleinen Geländeteil zu erwerben und ihn zusammen mit dem Gebäuderest in der Snynagogengasse als kleine, würdige Gedenkstätte von Dauer herzurichten und zu pflegen. Das scheiterte bisher an den nach wie vor ungelösten Wiederbebauungsabsichten von privater Seite. Das große Grundstück an der Roermonder Straße, am Fuß des Burgbergs, ist seit einigen Jahren ein unbefestigter, „wilder“, innerstädtischer Parkplatz. Das Stadtbild leidet unter diesem großen, städtebaulichen Loch sehr. „Wann tut sich endlich da etwas?“, fragen die Bürger. „So können wird das nicht liegen lassen.“ Ein klare Antwort darauf, ist leider zur Zeit nicht zu bekommen.

 

Synagogenplatz vor der Baumaßnahme
Synagogenplatz vor der Baumaßnahme
Synagogenplatz vor der Baumaßnahme
Synagogenplatz vor der Baumaßnahme